Fakten falsch dargestellt
RAG verärgert seine Anteilseigner

Die Konzerne Eon, RWE und Thyssen-Krupp haben dementiert, einem Börsengang des Essener Energie- und Chemiekonzerns RAG im Mai 2006 bereits zugestimmt zu haben.

HB ESSEN. Die Sprecher aller drei Konzerne - und damit der größten Anteilseigner - erklärten am Sonntagabend übereinstimmend, die Aussagen der RAG seien „unverständlich“ und entsprächen „nicht den Tatsachen“. Eon-Sprecher Peter Blau erläuterte der dpa in Düsseldorf, sein Unternehmen, RWE und Thyssen-Krupp hätten dem Börsengang „weder zugestimmt, noch seien sie „jemals mit dem Thema befasst gewesen“.

RAG-Sprecher Christian Kullmann hatte demgegenüber behauptet, dem Plan von Vorstandschef Werner Müller hätten die Anteilseigner RWE, Eon. und Thyssen-Krupp bereits grundsätzlich zugestimmt. Laut dem RAG-Plan unter dem Codenamen „Alpha“ soll der Erlös von mindestens fünf Milliarden Euro für die Risiko-Haftung im Bergbau eingesetzt werden.

Der Energie- und Chemiekonzern RAG plant, im Mai 2006 an die Börse zu gehen. Der Erlös von mindestens fünf Milliarden Euro solle für die Risikohaftung im Bergbau eingesetzt werden, hatte am Samstag die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung RAG-Chef Werner Müller berichtet. RAG hofft demzufolge, nach dem Börsengang in den Dax aufrücken zu können. Der Konzern betreibt über seine Tochter DSK die verbliebenen neun deutschen Kohlezechen.

Nach den gesetzlichen Vorgaben muss der Konzern mit seinem gesamten Vermögen, das auf rund neun Milliarden Euro geschätzt wird, für alle Risiken haften, die durch den Bergbau entstehen könnten. Dem dpa-Bericht zufolge erhielte der Bund den Erlös aus dem Börsengang, um diesen in einem Fonds zur Deckung künftiger Bergbau-Kosten anzulegen.

Der Agentur zufolge bezifferte Müller die Haftungsmasse der RAG in einem Gespräch mit Vorständen allerdings nur auf rund vier Milliarden Euro. Damit sei RAG nach den Erlösen aus dem Börsengang für den Kapitalmarkt risikofrei, wurde Müller zitiert.

Die Anteilseigner RWE, Eon und ThyssenKrupp hätten dem Plan unter dem Codenamen "Alpha" bereits grundsätzlich zugestimmt, hatte Konzernsprecher Christian Kullmann der Nachrichtenagentur gesagt. Dem Bericht zufolge wollen die Eigner ihre Anteile für einen symbolischen Euro an ein noch zu gründendes Bankenkonsortium geben, das den Börsengang vorbereiten und die Anteile dann an den Markt bringen soll.

Neben Bund und Land hatte laut dpa offenbar auch die IG Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) dem Plan zugestimmt. Denn auch für die Arbeitnehmer im Bergbau soll es nach dem Börsengang Planungssicherheit geben. Vorgesehen sei, dass die öffentlichen Zuschüsse für den Bergbau für jeweils fünf Jahre verhandelt werden, berichtete die Nachrichtenagentur unter Berufung auf Unternehmenskreise. In der Vergangenheit waren die Zeiträume jeweils wesentlich kürzer.

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