Familie Lenz hatte Gebot mehrfach angekündigt
Angeblich neues Gebot für Teile von Walter Bau

Die Stuttgarter Unternehmerfamilie Lenz hat nach einem Onlinemagazin-Bericht mit Partnern höhere Gebote für Teile der insolventen Walter Bau vorgelegt, die an die Baugruppe Strabag verkauft werden sollen.

HB MÜNCHEN. Das Wirtschafts-Online-Portal „Manager-Magazin.de“ berichtete am Donnerstag, die Familie Lenz sei zusammen mit dem Baukonzern Bilfinger Berger bereit, deutlich mehr als 100 Millionen Euro für einige Walter-Bau-Teile und einen knapp fünfprozentigen Anteil am Stuttgarter Bauunternehmen Züblin zu zahlen. Dieses Paket hat der Walter-Bau-Insolvenzverwalter Werner Schneider für den Verkauf an Strabag vorgesehen. Zudem biete die Familie Lenz zusammen mit dem US-Finanzinvestor Zwirn mehr als 60 Millionen Euro für einen 48,7-Prozent-Anteil von Walter Bau an Züblin, der an die BayernLB verpfändet ist. Die Familie Lenz hält bereits 43 Prozent an Züblin und hatte das Gebot für die übrige Beteiligung mehrfach angekündigt. Insgesamt werde der Wert des Angebotspakets auf gut 165 Millionen Euro taxiert, hieß es in dem Bericht ohne Angabe von Quellen. Dagegen summierten sich die Einzelofferten der österreichischen Strabag-Gruppe, die neben den Teilen von Walter Bau auch an der Züblin-Beteiligung interessiert ist, nur auf 135 Millionen Euro.

Eine Stellungnahme der Familie Lenz war zunächst nicht zu erhalten, Bilfinger lehnte einen Kommentar ab. Ein Walter-Bau-Sprecher bestätigte, dass es für die Walter-Bau-Teile auch ein Gebot von Bilfinger gebe, das aber erst vor kurzem eingegangen sei und unter dem Vorbehalt einer umfassenden Buchprüfung (Due Diligence) stehe. Daher sehe Schneider dies sehr skeptisch, da das Insolvenzverfahren und die Verkäufe kurz bevorstünden.

Schneider hatte sich schnell nach der Insolvenz von Walter Bau auf einen Verkauf wesentlicher Teile des Unternehmens an Strabag festgelegt. Schon vor dem Zusammenbruch des einst viertgrößten deutschen Baukonzerns war ein Zusammengehen mit der deutschen Strabag-Tochter angedacht gewesen, so dass Pläne dafür in der Schublade lagen. Zuletzt hatte es Kritik aus der Branche gegeben, dass sich Schneider schon so früh festgelegt habe und relativ niedrige Preise von Strabag bekomme. Schneider hatte erklärt, bei einem informellen Treffen des Gläubigerausschusses habe es keine gravierende Kritik an dem Konzept für die Veräußerung von Walter-Bau-Teilen an Strabag gegeben. Die frühe Festlegung hatte Walter Bau damit begründet, dass bei Bauinsolvenzen wegen der dann wegbrechenden Aufträge große Eile geboten sei.

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