Familien wollen scheinbar wieder verhandeln - Gericht stellt sich gegen Daimler
In den MTU-Verkauf kommt Bewegung

Im Konflikt um den milliardenschweren Verkauf des Dieselmotorenherstellers MTU Friedrichshafen hat ein Schlichtungsversuch Bewegung in die festgefahrenen Fronten zwischen Großaktionär Daimler-Chrysler und den Gründerfamilien gebracht.

hz/HB FRANKFURT/M. Die Familien seien „zurückgerudert“, eine einvernehmliche Lösung sei in greifbare Nähe gerückt, sagte Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin dem Handelsblatt. Details zum Verhandlungsstand wollte er nicht nennen. Der Graf, der die Familien Brandenstein-Zeppelin und Schmid-Maybach vertritt, stellte für den heutigen Donnerstag eine gemeinsame Erklärung von Autokonzern und Familiengesellschaftern in Aussicht. Ein Daimler-Sprecher lehnte jeden Kommentar ab.

Daimler-Chrysler hatte für den gleichen Tag eine außerordentliche Gesellschafterversammlung einberufen, auf der mit einem komplizierten Finanzdeal das Vetorecht der Minderheitsaktionäre ausgehebelt werden sollte. Das operative Geschäft sollte dafür auf ein Tochterunternehmen übertragen werden. Das Landgericht Ravensburg hat dem Autokonzern jedoch untersagt, auf der Gesellschafterversammlung Beschlüsse zu fassen, die die Übertragung oder Veräußerung des Geschäftsbetriebs der MTU Friedrichshafen zum Gegenstand haben. Denn diese würden das Vetorecht der Familiengesellschafter umgehen, erklärte das Gericht zur Begründung.

Als Kaufinteressenten für den Hersteller von Großdieselmotoren für Eisenbahnen, Schiffe und Baufahrzeuge sind neben dem Finanzinvestor Carlyle, dem die Familien bereits exklusiv ihren Anteil zugesichert hatten, auch die Beteiligungsgesellschaft KKR und die schwedische Wallenbergtochter EQT im Rennen. Der Konflikt zwischen den MTU-Gesellschaftern belastet seit Monaten den geplanten Verkauf der Daimler-Tochter. Daimler-Chrysler hält 88 Prozent an MTU Friedrichshafen, der Rest ist im Besitz von Nachkommen der Firmengründer. Favorit von Daimler war oder ist noch MAN. Der Maschinen- und Fahrzeughersteller hat jedoch wegen des Hickhacks zwischenzeitlich abgewunken.

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