Familienkonzern will sich auf Handel konzentrieren
Cordes baut Haniel um

Der Duisburger Familienkonzern Haniel will seine Strategie grundlegend ändern und sich auf Handel und handelsnahe Dienstleistungen konzentrieren. Damit steht die Franz Haniel & Cie. GmbH, die etwa 560 Familiengesellschaftern gehört, vor einer der tiefgreifendsten Veränderungen ihrer 252-jährigen Geschichte.

DÜSSELDORF. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. "Wir wollen mittelfristig das tun, was wir besonders gut können und wovon unsere Anteilseigner langfristig am meisten profitieren", sagte ein hochrangiger Haniel -Vertreter, der nicht genannt werden wollte. Produzierende Industriebetriebe würden kaum noch zum Unternehmen passen.

In einem ersten Schritt hatte Haniel im August 2007 seine Beteiligung an der Metro AG auf gut 34 Prozent erhöht, seit November 2007 führt Haniel -Chef Eckhard Cordes auch den Metro -Vorstand.

Zu den wichtigsten Beteiligungen der Gruppe gehören neben Metro der Pharmahändler Celesio und der Möbelgroßhändler Takkt. Seit längerem ist bekannt, dass Haniel den Verkauf seiner Baustofftochter Xella (Ytong) vorbereitet. Überdies heißt es in Bankenkreisen, Haniel plane auch den Verkauf seiner Berufskleidungs- und Hygienetochter HTS (Marke CWS). Aus dem Konzern verlautete demgegenüber, der Verkaufsprozess für Xella laufe, es sei aber noch kein konkreter Verkaufsbeschluss gefasst. Über HTS gebe es keinerlei Entscheidung.

Die Deutsche Bank ist mit dem Verkauf von Xella beauftragt worden, sie hat entsprechende Verkaufsunterlagen vorbereitet. In Kürze sollen sie potenziellen Interessenten zur Verfügung gestellt werden.

Die Konzentration auf den Handel gilt in Branchenkreisen als ungewöhnlich. Familienkonglomerate wie die Werhahns und die Röchlings setzten normalerweise auf die breite Streuung ihres Portfolios, hieß es. Umso delikater ist die Lage für die Haniel -Führung. Denn die Kreditkrise erschwert Konzernchef Cordes den angestrebten Umbau der Gruppe. Der für die Baustofftochter Xella ursprünglich erhoffte Verkaufserlös von drei Mrd. Euro ist nach Informationen aus Finanzkreisen unrealistisch geworden. "Dieser Preis wäre völlig aus der Welt", sagte ein Kenner. Konzernkreise betonten indes, ein schneller Verkauf sei nicht unbedingt notwendig. "Wenn der Preis nicht stimmt, werden wir nicht verkaufen."

Tatsächlich hat die Übernahme zusätzlicher Metro -Anteile die Finanzen des Familienkonzerns erheblich belastet. Mit dem Kauf des Pakets, für das Haniel nach eigenen Angaben drei Mrd. Euro zahlte, vervierfachte sich die Verschuldung des Konzerns, die zuvor nur bei rund einer Mrd. Euro gelegen hatte.

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