Familienunternehmen plant für 2004 mindestens fünf Prozent mehr Umsatz
Illy lockt Europäer mit dem Flair italienischer Espressobars

Starker Espresso scheint keine Konjunkturschwäche zu kennen. Selbst 2003, als Terrorangst, Irakkrieg und die Lungenkrankheit SARS die meisten Hersteller hochwertiger Konsumgüter in Atem hielt, ist der weltweite Absatz der italienischen Kaffeespezialität gestiegen.

MAILAND. „Espresso macht zwar derzeit erst 5 % des gesamten Weltmarktes aus, aber es das Segment mit den bei weitem höchsten Wachstumsraten,“ sagt Andrea Illy, der Vorstandschef des gleichnamigen Kaffeerösters aus Triest, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Illy – nach Lavazza aus Turin zweitgrößter Hersteller von italienischem Espresso – hat 2003 seinen Absatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 3 % gesteigert. Wegen leicht sinkender Preise und des starken Euros ist das Geschäftsvolumen im Vergleich zum Vorjahr bei 193 Mill. Euro stabil geblieben, ebenso der Gewinn, der 2002 bei 11 Mill. Euro lag. Für 2004 prognostiziert das Unternehmen wieder steigende Umsätze in der Größenordnung von mindestens 5 %. Das klingt zwar gut, nimmt sich aber im Vergleich zu den Raten der Vergangenheit bescheiden aus. Illy hat seine Verkäufe in den vergangenen zehn Jahren dank einer aggressiven Internationalisierung verdreifachen können und sich zu einem der dynamischsten Mittelständler südlich des Brenners gemausert. Die Zahl der Länder, in denen man Illy-Kaffee trinkt, ist seit Anfang der 90er Jahre von 20 auf 100 gestiegen.

Heute macht das familieneigene Unternehmen, das laut Andrea Illy nicht an einen Börsengang denkt, die Hälfte seines Umsatzes jenseits der Landesgrenzen. „Wir sind in einer Phase, in der wir uns nicht mehr so stark auf eine weitere geographische Ausbreitung konzentrieren müssen, sondern auf eine noch größere Intensität bei der Bearbeitung der einzelnen Märkte“, sagt er.

Geschehen soll dies unter anderem durch die Eröffnung von Espressobars nach einem neuen Konzept – weder eigene Filialen wie bei Starbucks noch ein klares Franchising wie bei Segafredo. Bei Illy kauft der Betreiber die Designer-Einrichtung und die Kaffeebohnen. Ansonsten soll er sein eigener Herr sein. Denn eine echte italienische Bar lebe vom Individualismus des „Barista“, dem die Rolle eines „Genius Loci“ zufalle, begeistert sich Illy.

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