Familienunternehmen
Schaeffler saniert sich über Stellenabbau

Der in Schieflage geratene Autozulieferer Schaeffler will sich mit einem massiven Arbeitsplatzabbau wieder finanziellen Spielraum verschaffen. Allein in den vergangenen sechs Monaten sank die Zahl der Arbeitsplätze im Konzern nach Handelsblatt-Informationen weltweit um mehr als fünf Prozent. Nun könnte die Stimmung in Herzogenaurach kippen.

MÜNCHEN/HAMBURG. Das in akute Atemnot geratene Familienunternehmen Schaeffler verschafft sich Luft über zusätzliche Kredite, den Abbau von Kosten und eine Zusammenarbeit mit dem übernommenen Automobilzulieferer Continental. Neben einer Dienstag zugesagten Zwischenfinanzierung durch die Gläubigerbanken kommt der fränkische Zulieferer auch an anderer Stelle mit der Sanierung voran. Schaeffler, Spezialist für mechanische Komponenten wie Kupplungen, passt die Kosten an den Einbruch der Nachfrage auch über Jobabbau an.

Allein in den vergangenen sechs Monaten sank die Zahl der Arbeitsplätze im Konzern nach Handelsblatt-Informationen weltweit um mehr als fünf Prozent. Stellen seien vor allem im Ausland abgebaut worden, sagte ein Konzern-Sprecher. Der IG Metall zufolge fiel der Abbau in Deutschland mit minus zwei Prozent moderat aus. "Die Zahlen zeigen, dass in Deutschland das besondere Instrument der Kurzarbeit massive Entlassungen verhindert hat", sagen Gewerkschafter.

Außerhalb Deutschlands strich Schaeffler in Europa im vergangenen halben Jahr knapp neun Prozent der Stellen, in Mittel- und Osteuropa sogar elf Prozent. Noch härtere Einschnitte gab es in Nordamerika, wo die Zahl der Arbeitsplätze um 13 Prozent sank. Zudem wurden etliche Jobs aus den USA nach Mexiko verlagert. Wichtige Kunden für Schaeffler sind die von der Insolvenz bedrohten US-Autobauer, allen voran General Motors (GM).

Der inzwischen mit gut zwölf Mrd. Euro verschuldete Herzogenauracher Konzern mit noch rund 66 000 Mitarbeitern leidet wie die gesamte Branche unter massiven Umsatzeinbrüchen. Die Franken haben sich mit der Übernahme des größeren Konkurrenten Continental übernommen. Inhaber Georg Schaeffler bezifferte den Kapitalbedarf der Gruppe auf bis zu sechs Mrd. Euro. In Regierungskreisen gibt es aber erheblichen Widerstand gegen den Wunsch nach Staatshilfe. Daher versucht Schaeffler, den Kapitalbedarf durch verschiedene Stellschrauben zu senken.

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