Familienunternehmen
Schifffahrtstochter macht Oetker Probleme

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Das gilt bei traditionellen Familienunternehmen erstrecht. So muss auch Oetker angesichts unerwartet schlechter Geschäfte die Investitionen zusammenstreichen. Doch das geht leider nicht so einfach wie erwünscht. Einzig die Brauereien machten dem Reederei- und Lebensmittelkonzern Freude.

BIELEFELD. Der Einbruch in der Containerschifffahrt macht der Bielefelder Oetker-Gruppe diesem Jahr massiv zu schaffen. Die zum Konzern gehörende Reederei Hamburg Süd werde „mindestens moderate Verluste“ einfahren, sagte Ottmar Gast, Sprecher der Sparte, auf der Bilanzpressekonferenz der Oetker-Holding.

Zwar ist die in Hamburg Süd zusammengefasste Schifffahrtssparte im Jahr 2008 mit einem Umsatzplus von 24 Prozent auf rund 4,4 Mrd. Euro zum größten Geschäftsfeld aufgestiegen. Doch auf den rasanten Aufstieg folgte ein umso tiefer Fall. Denn die Wirtschaftskrise hat bei Logistikfirmen tiefe Spuren hinterlassen. Weil die Transportpreise für Container im Jahresvergleich um bis zu 70 Prozent abgestürzt sind, fahren auch die Schiffe der Oetker-Tochter derzeit mit Verlust. Im laufenden Jahr will Spartenchef Gast deshalb die Kosten um rund 250 bis 300 Mio. Euro senken.

Oetkers Finanzchef Ernst F. Schröder rechnet mit einem Rückgang der Reederei-Umsätze im Jahr 2009 von etwa 300. Mio. Euro. Dazu kommt: Mitten in dem Desaster, das die Container-Schifffahrt erlebt, kann Oetker seine geplanten Investitionen in die Schifffahrtssparte von rund zwei Mrd. Euro nicht mehr stoppen. Denn im Schiffsbau ist eine mehrjährige Vorlaufzeit die Regel. Wie geplant sollen im nächsten Jahr drei Schiffe der „Rio-Klasse“, die jeweils 5 900 Standard-Container fassen, vom Stapel laufen. Darüber hinaus baut Hamburg Süd auch seine schon 54 Schiffe umfassende Südamerika-Flotte noch um weitere zehn Schiffe aus, die jeweils sogar rund 7 000 Standard-Container fassen können. Außerdem beteiligt sich die nach Hapag-Lloyd zweitgrößte deutsche Reederei an dem Bau eines 300 Mio. Dollar teuren Container-Terminals im brasilianischen Itapoá.

Laut den Branchen-Experten von Morgan Stanley ist jeder Container-Transport derzeit ein Minusgeschäft. Die Frachtraten für den Transport eines Standard-Containers sind binnen weniger Monate von etwa 1 800 auf jetzt nur noch 300 bis 500 Dollar gefallen. Die weltweit größte Reederei, die dänische Maersk-Gruppe hat deshalb schon zwei Routen zwischen Asien und Europa stillgelegt, zwölf Frachter aus dem Verkehr gezogen und 3 000 Mitarbeiter entlassen.

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