FAQ
Wie „Blitzinsolvenz“ von GM ablaufen soll

Ein Insolvenzverfahren im Eiltempo soll den US- Autobauer General Motors (GM) retten - wie bereits im Fall des Wettbewerbers Chrysler. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur "Blitz-Insolvenz".

Warum kann eine Insolvenz die Rettung sein?

In einem gerichtlichen Insolvenzverfahren können US-Unternehmen zunächst geschützt vor Gläubigern weiterarbeiten, Ballast abwerfen und sich so womöglich sanieren. Das Problem dieser Variante des US- Insolvenzrechts (Chapter 11): Sie kann sich über Monate oder gar Jahre hinziehen. Diese Zeit hat GM nicht.

Was ist eine "Blitz-Insolvenz"?

Formell gibt es diesen Weg im US-Recht gar nicht. Präsident Barack Obama will bei GM dennoch ein höchstens 60 bis 90 Tage dauerndes "chirurgisches Insolvenzverfahren" durchziehen. Bei dem Schnelldurchgang ("quick-rinse-bankruptcy") wurden Rahmenbedingungen der Sanierung - etwa Finanzierung, Schuldenabbau, neue Eigentümer - schon zuvor für den Insolvenzrichter festgelegt, damit es jetzt ganz fix geht.

Wie läuft das ab?

Im Zentrum soll die rasche Übernahme (Paragraf-363-Verkauf) des um Altlasten bereinigten Herstellers durch Regierung, Gewerkschaft und Gläubiger stehen. Dazu wird der Konzern in einen "guten" und einen "schlechten" Teil aufgespalten. Der als lebensfähig erachtete Kern mit Marken wie Chevrolet und Cadillac soll die Insolvenz rasch wieder verlassen. Die Altlasten würden schrittweise entsorgt oder wie etwa die Geländewagen-Marke Hummer verkauft. Eine Erfolgsgarantie besteht aber nicht.

Was ist dafür nötig?

Viel Geld. Die US-Regierung muss den Plänen zufolge weitere gut 30 Mrd. Dollar in GM pumpen. Zusätzlich zu den bereits geleisteten Finanzspritzen von 20 Mrd. Dollar.

Was sind die größten Risiken?

Die Kunden, die Gläubiger, der Insolvenzrichter. Wenn in der Insolvenz die Absatzzahlen noch mehr einbrechen oder sie danach nicht ganz schnell wieder steigen, geht bei GM das Licht aus. Zudem: Für einen Schuldenberg von 27 Mrd. Dollar konnte GM zwar vorab einen Kompromiss mit einer Mehrheit von vielen zehntausend Gläubigern erreichen. Doch der Insolvenzrichter muss dies wie alle anderen Pläne auch absegnen und eine erwartete Flut von Einwänden zurückweisen.

Was passiert, wenn eine Sanierung schiefgeht?

Bei einem Scheitern droht ein Dominoeffekt. Außer GM stünden tausende Händler, Zulieferer und andere abhängige Firmen vor dem Aus. Und damit in den USA und anderen Ländern Hunderttausende oder gar über eine Million Jobs.

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