Farbstabilisator ITX
Milupa vertrieb belasteten Kinderkakao

Der Babymilch-Produzent Milupa hat auch in Deutschland Milchprodukte vertrieben, die mit dem Farbstabilisator ITX aus den Tetra-Pak-Verpackungen belastet waren. Die Chemikalie soll jedoch kein Gesundheitsrisiko darstellen.

HB HAMBURG/FRIEDRICHSDORF. Die Bundesregierung erwartet in der kommenden Woche einen Bericht über mögliche Risiken durch ITX. Das Verbraucherschutzministerium habe das Bundesinstitut für Risikobewertung eingeschaltet und um einen solchen Bericht gebeten, sagte Ministeriumssprecher Andreas Schulze am Samstag in Berlin. Zunächst seien die Unternehmen gefordert, Transparenz herzustellen.

Wie der Marketingleiter von Milupa Deutschland, Christian Stammkötter, am Samstag in Friedrichsdorf bei Frankfurt sagte, wurde etwa acht Wochen lang der Kinderkakao für Kleinkinder der Marke „Milupino“ in solchen Verpackungen in Deutschland in den Handel gebracht. Stammkötter bestätigte damit einen Bericht der „Berliner Zeitung“. Über die Kakao-Menge konnte er allerdings keine Angaben machen.

Im August hatte Milupa nach den Worten Stammkötters das Verpackungs-Design für den Kinder-Kakao umgestellt. Das ITX-Problem sei im September festgestellt und daraufhin das Druckverfahren für die Verpackungen vorsorglich sofort geändert worden. Der Kinderkakao sei aber nicht aus dem Handel genommen worden, weil ITX von der EU- Behörde für Lebensmittelsicherheit nicht als gesundheitsgefährdend eingestuft sei. Die Behörde habe allerdings angeordnet, das Druckverfahren bis zum Jahresende zu ändern.

Tetra-Pak-Sprecher Jörgen Haglind betonte in Stockholm: „Alle Erkenntnisse deuteten bisher darauf hin, dass die Chemikalie ITX kein Gesundheitsrisiko darstellt.“ Trotzdem sei schon im September entschieden worden, die Nutzung der Chemikalie auslaufen zu lassen. Bis Ende des Jahres werde dieser Prozess abgeschlossen sein. ITX sei ohnehin nur bei einem kleinen Teil der Produktion beim Bedruckung der Kartons verwendet worden, sagt Haglind. Unter ungünstigen Bedingungen könne die Chemikalie beim Falten der Kartons ins Innere gelangen.

Stammkötter betonte, Milupa-Säuglingsmilch in Tetra-Verpackungen sei in Deutschland nicht auf dem Markt. In Italien waren in Milch der Milupa-Marken „Aptamil2“, „Aptamil Soia“ und „Bedimil“ Rückstände von ITX aus der Tetra-Verpackung entdeckt und die Milch daraufhin beschlagnahmt worden. Nach Stammkötters Worten ist Milupa Italien eine unhabhängige Schwesterfirma.

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