Faule Kredite in USA belasten japanischen Autobauer
Mitsubishi bremst Daimler-Chrysler aus

Zwei Jahre nach seinem Antritt als Sanierer weht Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt der Wind eisig ins Gesicht. Überraschend für viele Experten musste Daimler-Chrysler für seine 37-%-Beteiligung im dritten Quartal einen deutlichen Verlust ausweisen. Eckrodt versucht zwar, die Probleme herunter zu spielen. Analysten befürchten aber, dass die Stuttgarter 2003 wegen der Japaner ihr operatives Gewinnziel von rund 5 Mrd. Euro verfehlen werden.

hz TOKIO/FRANKFURT. „Mitsubishi lässt die bisherige Kalkulation bei Daimler zusammenbrechen“, sagte Auto-Analyst Patrick Juchemich von Sal. Oppenheim. Trotz eines drohenden Verlustes der US-Sparte Chrysler hätten die besser als erwartet laufende Nutzfahrzeug- und die Finanzsparte der Stuttgarter bisher das operative Ziel noch retten können.

Die roten Zahlen der Japaner machen diese Hoffnung nach Einschätzung des Bankexperten jedoch zunichte. „Auf der Daimler-Landkarte sieht man derzeit nur in Stuttgart blühende Wälder, im Westen brennt dagegen die Prärie, und im Osten lodert das Feuer gerade auf.“

Mitsubishi-Chef Eckrodt lässt sich indes schwerwiegende Probleme nicht anmerken. Mit weit ausgebreiteten Armen steht der 61-Jährige auf dem Mitsubishi-Messestand auf der Tokyo Motor Show und versichert mit seinem freundlichen Jungenlächeln, dass die Sanierung des japanischen Autoherstellers auf gutem Wege sei, Mitsubishi die Probleme in den USA im Griff hätte und es sich bei den jüngsten Rückschlägen nur um eine „temporäre Delle“ handele.

Doch davon kann nach Ansicht vieler Experten keine Rede sein. Der hoch verschuldete Autohersteller rutschte im ersten Halbjahr wieder deutlich in die Verlustzone, wie Daimler-Finanzchef Manfred Gentz einräumte, ohne Zahlen zu nennen. Auch für das kommende Quartal stellte Gentz bereits eine weitere geringe Ergebnisbelastung durch die Japaner in Aussicht.

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