Faurecia-Chef Levi unter Druck
VW stellt vorsorglich Strafanzeige

Die Bestechungsaffäre um den französischen Autozulieferer Faurecia ist offenbar nur die Spitze eines Eisberges. Die Staatsanwaltschaft München bestätigte am Mittwoch, gegen fünf weitere Zulieferfirmen zu ermitteln. VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat aus dem Skandal bereits Konsequenzen gezogen.

HB FRANKFURT/MÜNCHEN. Der Autokonzern Volkswagen, der von den Faurecia-Ermittlungen betroffen ist, stellte selbst vorsorglich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt gegen mögliche Verantwortliche für Bestechungsfälle im eigenen Unternehmen oder bei Geschäftspartnern. Zugleich gerät Medien-Berichten zufolge Faurecia-Chef Pierre Levi zunehmend unter Druck. Das Unternehmen wollte Berichte über eine Verwicklung Levis in die Affäre und Spekulationen über einen bevorstehenden Rücktritt nicht kommentieren.

Nach Berichten von „Spiegel Online“ und „Focus Online“ hat VW-Chef Bernd Pischetsrieder die Zusammenarbeit mit Faurecia-Chef Pierre Levi aufgekündigt. In einem Brief an den Chef des Faurecia-Mutterkonzerns PSA, Jean Martin Folz, habe Pischetsrieder erklärt, VW wolle nicht mehr mit Levi kooperieren. Ein VW-Sprecher bestätigte, es gebe ein Schreiben von Pischetsrieder an Folz, wollte sich aber zum Inhalt nicht äußern.

Der Münchener Oberstaatsanwalt Anton Winkler erklärte, der unter Korruptionsverdacht stehende frührere BMW-Einkaufschef haben neben Faurecia die Namen von fünf weiteren Zulieferern als Geldgeber genannt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte zu Wochenbeginn bereits Ermittlungen gegen Mitarbeiter von VW und Audi bestätigt. Beide Behörden ermitteln nach bisherigem Kenntnisstand gegen mindestens 20 Personen. Faurecia soll im Jahr rund 800 000 Euro Schmiergeld an VW-, Audi- und BMW-Mitarbeiter gezahlt haben.

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