FEAG
Der ICE und die Totmannschaltung

Es konstruiert Antriebstechniken für ICEs, stattet U-Boote aus und beliefert Kunden wie die Bundeswehr: Wie sich das kleine Unternehmen FEAG aus Bremen von seinem ehemaligen Mutterkonzern Siemens emanzipiert.
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BremenEs gibt im ICE ein kleines Fußpedal, das der Fahrer gedrückt halten muss. Mindestens alle 30 Sekunden jedoch sollte er es loslassen, ansonsten kommt ein lauter Ton und in letzter Konsequenz die Notbremsung. Der makabre Name für diesen Hebel: Totmannschaltung. Sie überprüft, ob der Fahrer noch wach ist. Sie ist nicht nur in Zügen verbaut, sondern in allen Maschinen und Fahrzeugen, wo es auf Konzentration ankommt.

Das gesamte ICE-Führerpult stammt vom Bremer Unternehmen FEAG. Der Produktionsstandort liegt in einem Wohngebiet nahe der Industriehäfen: Während zwei Häuser weiter ein Anwohner sein Auto putzt, wird in der FEAG-Halle an großen Anlagen geschraubt. Die Techniker sitzen vor bunten Kabeln, Steckern und Schaltern. Sie schrauben und verlegen sie hinter die robusten, grauen Metallverkleidungen.



Elektronische Feinarbeit ohne Schmutz und Lärm, es ist ruhig und aufgeräumt. Laut wird es noch genug. Überall, wo große Maschinen und Fahrzeuge Strom brauchen, bietet FEAG die entsprechende Elektrik an. Zum Beispiel wurde auch der Transrapid in Shanghai ausgestattet.

Insgesamt 32 ICE-Tische hat FEAG für Siemens hergestellt. „Der Auftrag war rund zwei Millionen Euro wert, das war eine größere Geschichte für uns“, sagt Geschäftsführer Uwe Hegmann, während er das Pult zeigt. Es hat eine leichte U-Form und wirkt wie ein größerer Schreibtisch. Beschleunigt und gebremst wird mit zwei großen Hebeln.

Will der Fahrer hupen, muss er ein Pedal drücken. Sonst ist alles ähnlich wie beim Auto: Es gibt einen Schalter für das Licht, einen Geschwindigkeitsmesser und Schlitze für Schlüssel.

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