„Fehlende rechtliche Rahmenbedingungen“
Siemens steckt bei Power Machines zurück

Die Siemens AG verzichtet auf ihr Vorkaufsrecht für den Anteil der Interros Holdings an Power Machines. Zuvor hatten russische Kartellwächter das deutsche Unternehmen ausgebremst. Russische Industrielle wollen nun die Lücke füllen.

HB MOSKAU. „Wir haben in der vergangenen Woche Interros darüber informiert, dass wir auf unser Vorkaufsrecht verzichten“, sagte ein Sprecher der Siemens-Sparte Power Generation am Montag und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der russischen Zeitung „Vedomosti“.

Siemens hatte bislang ein Vorkaufsrecht für den 30,4%-Anteil des russischen Unternehmens an Power Machines (im russischen: OAO Silovye Mashiny). Der Siemens-Sprecher wollte die Gründe für den Verzicht nicht kommentieren.

Mitte September hatte die russische Kartellbehörde einen Antrag des Siemens-Konzerns zur Erreichung der Kontrollmehrheit am russischen Turbinenhersteller Power Machines abgelehnt. Falls der Deal durchgehe, hätte Siemens mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent eine dominante Position im Markt für Energie-Ausrüstungen, hieß es zur Begründung.

Zuletzt hatte Siemens wiederholt bekräftigt, dass eine Mehrheitsbeteiligung bei Power Machines für Siemens derzeit nicht in Betracht kommt und dabei auf die „fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen“ in Russland verwiesen. Grundsätzlich sei Siemens aber weiterhin daran interessiert, das Engagement bei Power Machines auszubauen. Derzeit hält Siemens 25 Prozent an Power Machines.

Power Machines ist der landesweit führende Hersteller und Lieferant von Ausrüstungen für Wasser-, Wärme-, Gas- und Atomkraftwerke wie auch für die Übertragung und Verteilung von Strom. Der Konzern baut auch Transportanlagen, darunter für die Eisenbahn. Er ist nur zu einem geringen Teil im Rüstungsgeschäft tätig. Der gegenwärtige Marktwert von Power Maschines soll nach Einschätzung von Beobachtern bei 529 Mill. Dollar liegen.

Mit dem Verzicht macht Siemens den Weg für Interros frei, ihren Power-Machines-Anteil an eine dritte Partei zu verkaufen. Die russischen Industriellen Alexei Mordashov und Oleg Deripaska haben beide Interesse angemeldet.

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