Fehlerhaftes Gaspedal
Toyota ruft Millionen Autos zurück

Nun werden für Toyota die schlimmsten Befürchtungen wahr: Der Weltmarktführer bessert in den USA nach tödlichen Unfällen Gaspedale nach. Toyota besteht aber darauf, mit den Autos sei alles in Ordnung. Dabei berichten Fahrer von unkontrollierbaren Beschleunigungen.
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TOKIO. Der weltgrößte Autohersteller Toyota ruft in den USA fast vier Mio. Fahrzeugen zurück. Bei einigen in Amerika verkauften Toyota-Modellen hatten Bodenmatten sich so unter dem Gaspedal verklemmt, so dass die Autos unkontrolliert beschleunigten. Nun muss der Weltmarktführer dem Druck von US-Behörden nachgeben und die Fahrzeuge nachbessern. Toyota werde die Gaspedale verändern und die Autos zusätzlich so umrüsten, dass der Versuch einer Vollbremsung den Motor drosselt, teilte das Verkehrsministerium in Washington einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge mit.

Ende des Jahres wolle Toyota in Nordamerika die Kunden von acht verschiedenen Modellen anschreiben und ihnen eine Nachbesserung des Gaspedals anbieten, teilte das Unternehmen mit. Betroffen sind etwa 4,26 Mio. Fahrzeuge. Der Umbau an den Autos soll kostenlos erfolgen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Noch ist jedoch unklar, welche Bezeichnung die Aktion tragen wird: US-Behörden wünschen sich anscheinend einen regelrechten Rückruf, während Toyota die Variante eines freiwilligen Reparaturangebots bevorzugen würde. Ein Branchenexperte schätzte die Kosten so eines Rückrufs gegenüber dem Handelsblatt auf mehrere hundert Mio. Euro.

Nachdem vier Menschen Ende August in einem Oberklassemodell des Typs Lexus gestorben waren, hatte Toyota 3,8 Millionen Kunden in einem Brief gebeten, ohne Bodenmatte auf der Fahrerseite zu fahren. Das japanische Unternehmen besteht jedoch gleichsam darauf, dass mit den Autos sei alles in Ordnung sei – schließlich treten das Problem nur mit Matten von Drittanbietern auf. Originalteile von Toyota gelten als sicher, weil sie eingehakt sind und nicht rutschen.

Zudem ereigneten sich die Fälle von unkontrollierter Beschleunigung ausschließlich in den USA. Aus Europa und Japan ist kein Fall bekannt. Dennoch: „Unsere Kunden entscheiden sich für einen Toyota, weil sie ein besonders sicheres Auto kaufen wollen. Ich bedauere die Unfälle ganz außerordentlich“, sagte Firmenchef Akio Toyoda kürzlich in Tokio.

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  • Mir rutschen schon seit 10 Jahren die Fußmatten unter's Gaspetal. Da ist weder Audi noch Opel, Renault oder bMW schuld dran (in der Reihenfolge). Wer zu doof ist mit Fußmatten aus dem baumarkt klar zu kommen , hat nichts anderes verdient.

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