Feinchemie läuft schlecht
Degussa rechnet mit Millionenverlust

Der Düsseldorfer Spezialchemie-Konzern Degussa nimmt aufgrund einer schwachen Geschäftsentwicklung in der Feinchemie eine hohe Wertberichtigung vor. Das wird auch massiv aufs Ergebnis durchschlagen. Gleichwohl bekräftigte Degussa am Mittwoch seine Prognose für Umsatz und operativen Gewinn.

HB DÜSSELDORF. Wegen der schwachen Geschäftsentwicklung und des erhöhten Wettbewerbsdrucks aus Asien werde bei den Feinchemie-Aktivitäten eine Wertberichtigung von insgesamt 830 Mill. € vorgenommen, teilte die zum Bergbau- und Chemiekonzern RAG gehörende Gesellschaft mit. Hinzu kämen Belastungen von 20 Mill. € für zusätzliche Restrukturierungen, so dass für 2005 ein Verlust nach Steuern von 450 Mill. € erwartet werde, sagte eine Firmensprecherin. Damit dürfte die Zahlung einer Dividende fraglich sein. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, sagte die Sprecherin. „Mit dieser Frage werden wir uns in Ruhe nach Abschluss des Geschäftsjahres 2005 beschäftigen“.

Nachdem 2003 ebenfalls auf Grund von Wertberichtigungen ein Verlust von 261 Mill. € angefallen war, hatte Degussa im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 298 Mill. € verbucht und eine Dividende von 1,10 € je Aktie gezahlt.

Einen weiteren weltweiten Stellenabbau und Werksschließungen schloss Degussa nun nicht aus. Im Zuge der von 2004 bis 2006 laufenden Restrukturierungen plant das Unternehmen bislang den Abbau von 700 Arbeitsplätzen. 350 Stellen seien bereits in der ersten Jahreshälfte weggefallen, sagte die Sprecherin. Die Kosten für die Restrukturierungen der Jahre 2004 und 2005 bezifferte der Konzern mit insgesamt 100 Mill. €.

Die im MDax gelistete Degussa-Aktie wurde am Mittwoch mit einem Abschlag von knapp zwei Prozent bei 36,50 € gehandelt. Die Analysten von Dresdner Kleinwort Wassserstein reduzierten das Kursziel auf 35,30 € von zuvor 37,00 €.

Bei den Wertberichtigungen entfielen 710 Mill. € auf Firmenwerte und 120 Mill. € auf sonstige Vermögenswerte, teilte Degussa weiter mit. Ein wesentlicher Teil des Abschreibungsbedarfs sei der 2001 erworbenen britischen Feinchemie-Gruppe Laporte zuzuordnen. Die Wertberichtigung werde im dritten Quartal berücksichtigt und sei weder zahlungswirksam noch beeinträchtige sie den Cash-Flow.

Wegen der „insgesamt guten Entwicklung in den anderen Geschäftsbereichen“ bekräftigte Degussa aber seine Jahresprognose für Umsatz und operativen Gewinn, wonach der Konzern einen leichten Anstieg gegenüber den Vorjahreswerten anstrebt. 2004 hatte Degussa bei einem Umsatz von 11,2 Mrd. € einen operativen Gewinn von 965 Mill. € erwirtschaftet.

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