Feindliche Übernahme
Conti schmiedet an seiner Abwehr

Der Autozulieferer Continental kommt offenbar im Kampf gegen die feindliche Übernahmeofferte von Schaeffler voran. Nach Informationen aus Finanzkreisen führen Vorstandschef Manfred Wennemer und sein Finanzchef Alan Hippe Gespräche mit einer Hand voll von Investoren über ein mögliches höheres Gebot.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Darunter seien sowohl Finanzunternehmen als auch strategische Investoren, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Die Zeit drängt: Bis Mittwoch kommender Woche müssen Vorstand und Aufsichtsrat des Dax-Konzerns sich nach den Gepflogenheiten des Kapitalmarktes zu dem Übernahmeangebot des Familienunternehmens Schaeffler positionieren. Für denselben Tag ist eine Sitzung der Conti-Kontrolleure angesetzt, erfuhr das Handelsblatt aus Aufsichtsratskreisen. Sprecher von Conti und Schaeffler wollten die Informationen nicht kommentieren.

Das Tauziehen um Conti geht damit in eine neue Runde. Schaeffler hatte am 30. Juli ein Übernahmeangebot von 70,12 Euro je Aktie für den dreimal größeren Autozulieferer aus Hannover vorgelegt und sich bereits den Zugriff auf 36 Prozent der Conti-Aktien gesichert - zum Teil mittelbar über Aktientauschgeschäfte, so genannte Swaps.

Bislang lehnt die Conti-Spitze den von Schaeffler gebotenen Preis als zu niedrig ab. Unter Experten stieß Contis Verteidigungsstrategie auf ein geteiltes Echo. "Ob der Conti-Vorstand Schaeffler auf diese Weise ganz blockieren kann, ist fraglich. Aber er erhöht den Druck, beim Angebot nachzubessern", sagte Branchenanalyst Alexej Wunrau von der BHF Bank. Skeptischer ist Frank Schwope von der NordLB: "Eine Gegenofferte ist nicht unmöglich, ich halte sie aber auch nicht für wahrscheinlich." Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass ein Staatsfonds, ein russischer Oligarch oder Private-Equity-Adressen Interesse zeigten. Auch für Branchenanalyst Horst Schneider von der HSBC kommt nur Private Equity in Frage. "Alle anderen scheuen derzeit das Risiko", sagte Schneider.

Der Einstieg der Investoren könnte über eine Kapitalerhöhung, einen Kauf von Aktien am Markt oder ein öffentliches Angebot erfolgen. Auf der letzten ordentlichen Hauptversammlung (HV) am 25. April hatte Wennemer sich einen solchen Schritt von den Aktionären grundsätzlich genehmigen lassen. Sollte die Kapitalerhöhung über zehn Prozent liegen, würde der Vorstand voraussichtlich eine außerordentliche HV einberufen, was die Frist für das Schaeffler-Angebot deutlich verlängern würde.

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