Feindliche Übernahme
Potash wehrt sich vor Gericht gegen BHP

Der Düngemittelkonzern Potash will sich nicht von BHP Billiton schlucken lassen. Die feindliche Übernahme wird nun zum Fall für die Justiz, BHP wird mangelhafte Informationspolitik vorgeworfen. Eigentlicher Streitpunkt ist allerdings die Höhe des Angebots.
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HB TORONTO. Der weltgrößte Düngemittelkonzern Potash fährt gegen die Übernahme durch BHP Billiton neue Geschütze auf. Das Unternehmen habe in den USA eine Klage gegen den Bieter eingereicht, um die feindliche Übernahme abzuwehren, teilte das kanadische Unternehmen am Mittwoch mit. Potash lehnt die 39 Mrd. Dollar schwere Offerte des australisch-britischen Bergbaukonzerns als „völlig unzureichend“ ab. BHP bewertete die Klage als grundlos und kündigte ein energisches Vorgehen an. „Wir glauben nicht, dass ein Gerichtsverfahren die Offerte stört oder gar verlangsamt“, hieß es in einer Stellungnahme.

In der Anklageschrift wirft Potash BHP vor, Investoren ungenau oder gar nicht über Auswirkungen einer Übernahme informiert zu haben. Zudem soll BHP betrügerisch, irreführend und manipulierend gehandelt haben. BHP habe den Wert von Potash mit gezielt platzierten Nachrichten mindern wollen, wonach er mit einer eigenen Kaligrube ein direkter Konkurrent der Kanadier werde. Nach Ansicht von Potash konnte BHP dadurch ein Gebot abgeben, dass noch unterhalb von 25 Prozent des Marktwertes lag und deswegen keine Genehmigung durch die eigenen Aktionäre erforderte.

Allerdings gehen Analysten längst davon aus, dass BHP seine Offerte noch erhöhen wird. Sie liegt derzeit bei 130 Dollar je Anteilsschein. Potash-Papiere wurden am Mittwoch jedoch mit rund 150 Dollar je Aktie gehandelt. BHP wird zum Eigentümer von Potash, wenn mehr als die Hälfte der Potash-Aktionäre ihre Anteilsscheine anbieten.

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