Ferdinand Piëch unter Druck
VW, Porsche und Piëch: Eklat per Post

Das Tischtuch zwischen Ferdinand Piëch und den Familien Porsche und Piëch scheint endgültig zerschnitten. Dass letztere den VW-Aufsichtsratschef offensichtlich so schnell wie möglich los werden wollen, liegt allem Anschein nach an einem doppelten Affront Piëchs gegen die Eigentümer.

HB WOLFSBURG. Der Machtkampf bei VW und Porsche ist auf einen neuen Höhepunkt eskaliert. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat laut Magazinberichten die anderen Mitglieder des Porsche-Piëch-Clans gegen sich aufgebracht. Nun prüften sie, ob sie den VW-Patriarchen vom Chefposten im Volkswagen-Kontrollgremium drängen können, berichten „Spiegel“ und „Focus“ in ihren neuen Ausgaben. Dafür bedürfte es allerdings der Zustimmung des Landes Niedersachsen, die nach Äußerungen vom Samstag als wenig wahrscheinlich erscheint. Porsche steht vor der Übernahme von Volkswagen. Seit Monaten gibt es auf verschiedenen Ebenen heftige Kämpfe um die künftige Machtverteilung.

Auslöser für die harte Haltung des Porsche-Piëch-Clans gegenüber Ferdinand Piëch sei der Eklat bei der Aufsichtsratssitzung am Freitag, berichteten die Magazine vorab am Samstag. Piëch hatte mit einer Stimmenthaltung einen Antrag der VW-Arbeitnehmerseite passieren lassen, wonach Geschäfte zwischen Porsche und der Volkswagen-Tochter Audi nur mit Zustimmung des Wolfsburger Aufsichtsrates geschlossen werden dürfen. Damit fiel er dem Porsche-Konzern, bei dem er selbst Miteigentümer ist, in den Rücken. Der Antrag wurde mit zehn Stimmen der Arbeitnehmerseite angenommen, während die Arbeitgebervertreter geschlossen dagegen stimmten. Piëch hat als Vorsitzender zwei Stimmen.

Mehr noch: Piëch war bei der Sitzung nicht anwesend. Er habe sein Votum schriftlich abgegeben und vom ehemaligen IG-Metall-Chef Jürgen Peters vertreten lassen, hieß es. Auch dies kann als Affront interpretiert werden: Die Gewerkschaft hatte parallel zur Sitzung die größte Demonstration in der Geschichte des Wolfsburger Autobauers mit 40 000 VW-Beschäftigten veranstaltet. Sie demonstrierten für den Erhalt des umstrittenen VW-Gesetzes, das unter anderem Porsche abschaffen will. Früheren Medienberichten zufolge strebt Ferdinand Piëch eine Ablösung von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking an. VW- Betriebsratschef Bernd Osterloh lieferte sich in den vergangenen Monaten zudem einen heftigen Schlagabtausch mit seinem Porsche- Kollegen Uwe Hück um den künftigen Einfluss.

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