Ferdinand Piech zwischen VW und Porsche
Hintergrund: Interessenkollission

Ferdinand Piech ist im Aufsichtsrat von VW und Porsche. Durch diese Doppelfunktion werden nun im wachsenden Umfang Interessenkollisionen befürchtet.

Beteiligungen: Auch wenn Volkswagen die vom Konzern selbst gehaltenen Stammaktien von 13 Prozent an Porsche nur indirekt abgeben kann, steckt Ferdinand Piëch mit seiner Doppelfunktion in einem Dilemma. Als Aufsichtsratschef von VW müsste er darauf pochen, dass möglichst viel Geld in die VW-Kassen fließt. Als größter Porsche-Einzelaktionär müsste er im Gegensatz dazu darauf bedacht sein, dass Porsche möglichst wenig für die Beteiligung bezahlt.

Modellpolitik: Das VW-Management könnte planen, im Konzern beispielsweise unter der Marke VW ins zweisitzige Sportwagensegment zu gehen oder Lamborghini vom exklusiven Kleinserienhersteller zu einem Konkurrenten im Porsche-Segment auszubauen. Oder der Konzern könnte Audi noch massiver als bisher ins Sportwagen-Segment führen. All das könnte Piëch als Porsche-Aktionär und -Aufsichtsrat nicht recht sein. Auch die gemeinsame Entwicklung des Hybridantriebes birgt Konfliktpotenzial. Welches Modell von VW oder Porsche bekommt die Technologie zuerst?

Händlernetz: Viele Konflikte waren schon vorhanden, als Piëch noch Vorstandsvorsitzender von VW war – etwa um die Exklusivverträge für das im Besitz der Familien Porsche und Piëch befindliche Händlernetz in Österreich und Osteuropa. Die Importeursrechte sind ein Goldesel für die Familien. Schon als Piëch Vorstandschef war, traute sich niemand bei VW, an dieser Konstruktion zu rütteln. Daran hat sich mit dem Wechsel in den Aufsichtsrat nichts geändert.

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