
HB MÜNCHEN. Loewes Umsatz soll um knapp zehn Prozent wachsen, sagte Vorstandschef Frieder Löhrer am Donnerstag in München. Das operative Ergebnis (Ebit) werde auf dem Niveau des Vorjahres von 13,5 Mio. Euro liegen. Die Wirtschaftskrise hatte dem fränkischen Traditionsunternehmen zuletzt zu schaffen gemacht.
Die Konsumenten hielten sich beim Kauf der Luxusgeräte merklich zurück. Der Gewinn halbierte sich im vergangenen Jahr auf acht Mio. Euro. Das werden auch die Eigentümer der Kronacher Firma zu spüren bekommen: Für 2009 will Loewe die Dividende auf 25 Cent je Aktie halbieren.
Trotz der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer, die den Herstellern von Fernsehern in der Regel eine Sonderkonjunktur beschert, tastet sich Loewe vorsichtig ins neue TV-Jahr. Zwar warten die Oberfranken mit drei neuen Baureihen auf, werden aber nach eigener Einschätzung leicht hinter dem europäischen Marktwachstum von einem Zehntel zurückbleiben. Ein Grund ist der ungebremste Preiskampf. Der Durchschnittspreis für ein LCD-Gerät ist im vergangenen Jahr auf rund 530 Euro gesunken. Die Loewe-Geräte kosten im Schnitt mehr als dreieinhalb Mal so viel.
Loewe will aber trotz leichter Marktanteilsverluste seine Preise stabil halten. Im laufenden Jahr bremst das Unternehmen seinen Expansionskurs. Während letztes Jahr europaweit noch mehr als 50 neue Läden eröffnet wurden, sollen es dieses Jahr nur noch 30 werden. Das Geschäft mit Bauträgern und Hotels werde hingegen nach einem guten Start weiter ausgebaut.
Auch technologisch schaltet Loewe einen Gang zurück. Nachdem es den Multimedia-Player "Mediacenter" im Februar wider Erwarten ohne integrierten Abspieler für das DVD-Nachfolgeformat Blu-ray auf den Markt gebracht hat, wartet Löhrer auch mit der 3D-Technik ab. Sein Haus werde zur Branchenmesse IFA im Spätsommer nur dann ein Gerät mit dreidimensionalem Bildeindruck anbieten, wenn es ausreichend Nachfrage dafür gebe. Dabei dürfte Loewe vor allem den Markterfolg des 3D-Geräts seines Partners Sharp abwarten.