Fertigbauunternehmen
Sanierung von Kampa auf gutem Weg

Nach harten Sanierungsschnitten mit der Schließung von drei Werken und dem Abbau von 230 der 960 Arbeitsplätze blickt Kampa wieder optimistisch in die Zukunft. Deutschlands größtes Fertigbauunternehmen will nun verstärkt im Ausland investieren.

HANNOVER. „Kampa will das Auslandsgeschäft stark ausbauen“, sagte Kampa -Vertriebsvorstand Markus Schreyögg dem Handelsblatt. Geplant sei der Einstieg in das Fertighausgeschäft in Skandinavien und einigen Ländern Osteuropas, wahrscheinlich über Akquisitionen regionaler Hersteller. In Österreich ist Kampa bereits mit einem eigenen Werk vertreten und beliefert von dort aus die Schweiz und Italien. Die Exportquote soll mittelfristig von 14 auf 40 Prozent steigen.

Bereits 2008 will Kampa, dessen Aktien mehrheitlich in den Händen des Finanzinvestors Triton liegen, die Sanierung weitgehend verdaut haben und ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. 2009 soll Kampa wieder schwarze Zahlen schreiben. Branchenkenner erwarten dann wieder einen Umsatz in der Größenordnung von 200 Mill. Euro. Angepeilt wird mittelfristig eine Umsatzrendite von sechs Prozent. Dazu müsse aber zunächst das Auslandsgeschäft ausgebaut werden, sagte Schreyögg.

In diesem Jahr wird Kampa noch einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe verbuchen. Der Umsatz wird auf 160 Mill. Euro sinken. 2006 waren es noch 226 Mill. Euro. Damit schrumpft Kampa auf die Größe der Konkurrenten Weberhaus und der zur österreichischen Elk-Gruppe gehörenden Bien Zenker AG. Bis Ende September rechnete Kampa lediglich 761 Häuser ab. Im Vorjahr waren es 829. Der Verlust belief sich bis dahin auf 12,4 Mill. Euro (Vorjahr: minus 2,3 Mill.) bei einem Umsatz von 102,3 (200,8) Mill. Euro.

Kampa habe sich verzettelt, zu viel zugekauft, sagte Johannes Schwörer, Chef des Konkurrenten Schwörer Haus KG. Nach den zahlreichen Übernahmen der Vergangenheit habe Kampa mit Überkapazitäten zu kämpfen gehabt, räumte Schreyögg ein. Die Losgrößen für die Häuser seien oft zu klein gewesen, so dass die Kostenstrukturen nicht gestimmt hätten. Der Einbruch der Wohnungsbaukonjunktur habe die Lage noch verschlimmert. "Wir hatten zwar mit einem rückläufigen Markt gerechnet, nicht aber mit solch einem Einbruch,“ sagte Schreyögg. Der Bundesverband Deutscher Fertigbau rechnet mit einem Umsatzrückgang der 45 Mitgliedsunternehmen um zwölf Prozent auf 1,5 Mrd. Euro. Nach Vorzieheffekten durch die Abschaffung der Eigenheimzulage und die Erhöhung der Mehrwertsteuer ist die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser eingebrochen.

Mit der Schließung von drei der insgesamt sechs Werke werde nun die Struktur bereinigt, sagte Schreyögg. Künftig produziert Kampa in Deutschland nur noch in Steinheim bei Ulm und im brandenburgischen Ziesar. Verkauft werden die Werke an den Standorten Kinding, Waltershausen und in Minden. Verhandlungen zum Abschluss von Interessenausgleich und Sozialplänen laufen.

Künftig will sich Kampa außerdem europaweit auf die eine Marke Kampa konzentrieren. Die Haus-Marken Libella, Novy, Exnorm, Trendhaus oder Creaktiv sollen wegfallen. Gleichzeitig wird das Baufinanzierungs- und Grundstücksgeschäft ausgebaut. Damit könne Kampa den Kunden künftig ein Komplettangebot "Haus, Geld und Grund“ machen. Außerdem setzt Kampa verstärkt auf den Verkauf von Niedrigenergiehäusern. Das Werbebudget dafür beträgt sechs Mill. Euro im Jahr. Auch an den 99 Kampa -Musterhäuser will das Unternehmen festhalten – das sind deutlich mehr als bei den Wettbewerbern.

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