Fertigung von Transformatoren zählt auch
Alstom verkauft seine profitabelste Sparte

Der angeschlagene französische Technologiekonzern Alstom trennt sich vom Energieübertragungsgeschäft. Alstom verkauft die Sparte für knapp eine Million Euro an das französische Atomunternehmen Areva.

HB PARIS. Alstom hofft, mit dem Bar-Erlös seine langfristige Zukunft sichern zu können. Um eine drohende Aufspaltung des Konzerns zu verhindern, sind Analysten zufolge aber weitere Verkäufe dringend notwendig.

Der Geschäftsbereich Stromübertragung und -Verteilung werde für 950 Mill. € an das staatliche Kerntechnik-Unternehmen Areva verkauft, teilte das Unternehmen, das in dieser Woche dank eines neuen Rettungspakets knapp einem Zusammenbruch entgangen war, am Freitag in Paris mit. Der bereits im Frühjahr angekündigte Verkauf ist ein wichtiger Bestandteil des von der Regierung unterstützten Hilfspakets für den mit mehr als fünf Mrd. € verschuldeten Alstom-Konzern. Die Aktien tendierten am frühen Nachmittag kaum verändert um 2,70 €, während der Pariser Gesamtmarkt etwas nachgab.

Alstom geht davon aus, die Erlöse aus dem Verkauf im Januar 2004 verbuchen zu können. Der Geschäftsbereich mit weltweit rund 25 000 Mitarbeitern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 3,2 Mrd. € Umsatz erzielt, was rund 15 % der Konzernerlöse entsprach. Alstom beschäftigt mehr als 110 000 Menschen. Areva bestätigte die Kaufvereinbarung.

Analysten sprachen zwar von einem vernünftigen Preis, forderten aber weitere Verkäufe, da Alstom deutlich mehr frische Barmittel benötige. „Es ist gut zu sehen, dass Geld herein kommt, aber es ist unvermeidlich, dass das Verkaufsprogramm beschleunigt werden muss“, sagte Ben Uglow, Analyst bei Morgan Stanley. Alstom hatte ursprünglich gehofft, aus dem Verkauf der Sparte rund 1,5 Mrd. € zu erlösen, allerdings galt nach Angaben aus Bankenkreisen dieser Preis seit längerem als eher unrealistisch.

Alstom - Hersteller unter anderem von Gasturbinen und Kreuzfahrtschiffen - hatte jüngst beim Thema Verkäufe angekündigt, sich auf sein wichtiges Energie- und Transportgeschäft konzentrieren zu wollen. Den Verkauf seines Geschäfts mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV hatte Alstom am Donnerstag allerdings ausdrücklich ausgeschlossen. Analyst Uglow sagte dazu: „Transport scheint als heilige Kuh zu gelten, was heißt, dass das Stromerzeugungsgeschäft möglicherweise veräußerbar sein könnte. Siemens ist der offensichtliche Kandidat und wenn ich der Boss wäre, würde ich mir das alles sehr genau ansehen.“ Doch Siemens-Chef Heinrich von Pierer hatte diese Woche in einem Zeitungsinterview offen gelassen, ob sich das Unternehmen für Teile von Alstom interessiert. Der Münchner Elektronik-Konzern hat dieses Jahr bereits das Industrieturbinen-Geschäft von Alstom für 1,1 Mrd. € gekauft.

Die französische Regierung hatte der Europäischen Kommission zu Wochenbeginn ein Rettungspaket im Volumen von 3,2 Mrd. € für Alstom vorgelegt, das diese vorläufig genehmigt hat. Es bedarf aber noch der endgültigen Zustimmung der Kommission.

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