Industrie

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Fertigungsstopp in Bochum: IG Metall droht Opel mit offenem Konflikt

Das Opel-Management hat im Alleingang entschieden, im Werk Bochum künftig keine Autos mehr zu bauen. Gewerkschaft und Betriebsrat wollen das nicht kampflos hinnehmen.

Wie wird Opel wieder profitabel? Nach dem angekündigten Aus für die Autofertigung in Bochum verlangt die IG Metall Antworten. Quelle: dapd
Wie wird Opel wieder profitabel? Nach dem angekündigten Aus für die Autofertigung in Bochum verlangt die IG Metall Antworten. Quelle: dapd

FrankfurtDie IG Metall hat Widerstand gegen das angekündigte Aus der Autofertigung am Opel-Standort Bochum angekündigt. „Die IG Metall akzeptiert eine Schließung des Standortes Bochum nicht, das haben wir immer gesagt. Wenn Opel dort jetzt ersatzlos alle Produktionsarbeitsplätze abbauen will, ist das eine offene Kampfansage an uns“, sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt.

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Am Montag hatte Opel-Interimschef Thomas Sedran das Aus verkündet. Auf einer Belegschaftsversammlung sagte er: „2016 endet die Fertigung kompletter Fahrzeuge in Bochum.“

Huber forderte von der US-Konzernmutter General Motors, endlich eine tragfähige Gesamtlösung für Opel in Deutschland vorzulegen, sonst gebe es einen offenen Konflikt: „Solange nichts auf dem Tisch liegt, leisten wir Gegenwehr.“

Die Sanierungspläne von Opel

  • Der „Deutschland-Plan“

    Das Opel-Management hatte seine Absichten für das Werk Bochum bereits im Juni in einem „Deutschland-Plan“ skizziert, der die Grundlage der Sanierung des verlustreichen Herstellers sein soll. Die Eckpunkte haben sich seitdem kaum verändert. Hier die wichtigsten Bestandteile.


  • Werk in Bochum schließt

    Mit dem Verlegung der aktuellen Generation des Familien-Vans Zafira nach Rüsselsheim endet die Fahrzeugproduktion im Traditionswerk Bochum Ende 2014. Erhalten wird nur ein Warenverteilzentrum.

  • Bessere Auslastung für andere Werke

    Die übrigen Opel-Werke könnten durch die Produktion für andere Automarken, etwa die Schwester Chevrolet, besser ausgelastet werden.

  • Hoffnung auf Nischenmodelle

    Nischenmodelle wie der Mini-SUV Mokka oder der Kleinwagen Adam sollen zusätzlichen Absatz bringen.

  • Neue Märkte erschließen

    Über den Mutterkonzern General Motors will Opel wachsende Auslandsmärkte wie Russland oder die Türkei besser erschließen.

  • Sparen dank Kooperation

    In der Zusammenarbeit mit dem Partner PSA Peugeot Citroën will GM für Opel Spareffekte nutzen, etwa in der Konstruktion oder womöglich sogar beim Bau von Fahrzeugen.

Die Gewerkschaft verlange schnellstens konkrete Vorschläge statt vager Versprechungen, betonte Huber: „Wir verhandeln jetzt seit einem halben Jahr. Die Führung von GM ist nicht in der Lage, auch nur irgendeine konkrete Zahl vorzulegen, wie sie die Marke Opel wieder profitabel machen will.“ Diese Unternehmenspolitik schade den betroffenen Beschäftigten und zerstöre das Image der Marke Opel: „Damit muss Schluss sein.“

Die IG Metall fordere den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen an allen deutschen Opel-Standorten und verlange dafür von GM einen ambitionierten Wachstumsplan für Opel: „GM muss in Entwicklung, Komponenten und Fahrzeugfertigung nachhaltig investieren - wie es andere Hersteller vormachen. Opel steht in der Pflicht, Arbeitsplätze an den deutschen Standorten zu sichern“, sagte Huber. Dazu gehörten ausdrücklich die Arbeitsplätze in der Produktion.

Denn wenn Opel seinen Marktanteil von unter sechs Prozent in Europa nicht deutlich steigern könne, gerieten alle Standorte in Bedrängnis: „Das notwendige Wachstum gelingt nur, wenn die Produkte von Opel zu den Anforderungen auf dem europäischen Markt passen. Das heißt mehr Modelle, hochwertige Technik und niedriger Verbrauch“, sagte der Gewerkschaftschef. GM müsse sich uneingeschränkt zu Opel als hochwertiger Volumenmarke im Konzernverbund bekennen: „Das bedeutet Investitionen in Milliardenhöhe. Nur so hat Opel eine Zukunft.“

 

  • 11.12.2012, 12:13 UhrHans

    GM hat aus den letzten Streik gelernt, und wichtige Sachen aus dem Bochumer Werk ausgelagert. GM dürfte es selbst egal sein, wenn die IG Metall das Bochumer Werk bis 2016 Dauer bestreikt. Man hat eh Überkapazitäten. So ein teures Abfindungsprogramm wie beim letzten Mal wird es diesmal auch nicht mehr geben. Keine guten Aussichten für die Bochumer.

  • 11.12.2012, 12:25 Uhrhanspella

    IG-Matall gegen GM?

    Erst die Pöstchen im Aufsichtsrat sichern, dann große Klappe.

    Die IG-Metall ist ein zahnloser Tiger.

    In den letzten Jahrzehnten viel zu bequem und zu "fett" geworden.

    Eine Lachnummer!!

  • 11.12.2012, 13:35 Uhrgroeschel29764

    VW produziert in 99 Betriebstätten rund um den Globus. Das spart den hohen Einfuhrzoll für fertige Fahrzeuge. Diesen müsste Opel bezahlen wenn es exportieren will, d.h. man ist wäre in diesem Marktsegment, was Opel anbietet, nicht wettbewerbsfähig. Statt jetzt noch Geld in Bochum für die Arbeitsplatzbeschaffung zu investieren sollte GM dieses Geld lieber in die anderen Werke stecken um wettbewerbsfähig zu bleiben. VW investiert in den nächsten Jahren 50 Mrd. und baut 4 neue Fabriken in China. Das soll GM erst mal nachmachen.

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