Festhalten an Fusion mit Suez
Gaz de France macht Rekordgewinn

Der staatliche französische Energiekonzerns Gaz de France (GDF) geht mit Rekordgewinnen in die geplante Fusion mit dem privaten Versorgerkonzern Suez. An den Konditionen für die geplante Fusion mit dem Wasser- und Energieversorger Suez will GdF grundsätzlich festhalten.

HB PARIS. Im ersten Halbjahr 2006 steigerte der größte Gasversorger Westeuropas seinen Überschuss um 44 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr würden jetzt gut 2,2 statt 2,0 Mrd. Euro Überschuss angepeilt, teilte GDF am Dienstag in Paris mit. Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 15,2 Mrd. Euro, davon 40 Prozent im Ausland.

Der Konzern begründete die Gewinnsteigerung mit dem „sehr starken Wachstum der Exploration-Produktion“. Die Gewerkschaften sehen darin jedoch eine Vorwegnahme der Privatisierung, die zu „reinem Profitdenken“ auf Kosten der öffentlichen Energieversorgung führe. Wegen der Verteuerung der Erdgasbezüge aus Russland und Algerien waren die staatlich geregelten Gaspreise in Frankreich in Jahresfrist um 26 Prozent angehoben worden. GDF hatte stets argumentiert, mit Verlust zu verkaufen und verlangte erheblich höhere Preisanhebungen.

Die Konditionen für die geplante Fusion mit dem Wasser- und Energieversorger Suez will GdF nicht ändern. Vorstandschef Jean-Francois Cirelli sagte, er sehe keine Veranlassung zur Überprüfung der Konditionen beim geplanten Zusammengehen beider Unternehmen. „Die Fusionsbedingungen wurden von den Boards beider Gesellschaften am Anfang des Jahres abgesegnet“, so der GdF-Konzernlenker vor Medienvertretern. Seit Jahresbeginn gebe es keine signifikanten Komponenten, die eine Änderung der Konditionen rechtfertige.

In der Nationalversammlung liefern sich derzeit Regierung und Opposition heftige Gefechte um das GDF-Gesetz, das ein Abschmelzen des Staatsanteils bis auf die Sperrminorität vorsieht und damit die Fusion ermöglicht. Die Linksparteien haben 137 629 Änderungsanträge zum Gesetz eingebracht.

Die Gewerkschaften mobilisierten am Dienstag die Straße gegen das Gesetz. Nach Umfragen sind 81 Prozent der Franzosen dafür, dass der Staat die Mehrheit am Gasversorger behält. GDF argumentiert, die Fusion mit Suez sei eine „ausgezeichnete Chance für GDF, seine Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre“ und schaffe die Basis für „weiteres beschleunigtes Wachstum“.

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