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Festpreis angedacht: Industrie pokert um den Transrapid

Der Transrapid nimmt in Deutschland nur schwer Fahrt auf: Nachdem die schon lange geplante Münchener Strecke vom Flughafen zum Hauptbahnhof nun endlich gebaut werden soll, herrscht noch immer Unklarheit über die Finanzierung. Die Hersteller sollen jetzt zu einem Festpreis überredet werden.

von Axel Granzow und Christoph Hardt

DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Die deutsche Industrie will sich offenbar nicht auf einen Festpreis für den geplanten Transrapid am Münchener Flughafen einlassen. "Das ist vor allem ein Bauprojekt, ein Festpreis ist für die beteiligten Unternehmen viel zu riskant“, hieß es aus Kreisen der deutschen Bauindustrie. Auch aus dem Umfeld der Systemanbieter Thyssen-Krupp und Siemens verlautete, eine komplette Festpreisregelung sei unwahrscheinlich. Knapp zwei Drittel der veranschlagten Summe von 1,85 Mrd. Euro dürften die Baukosten ausmachen, für die Fahrzeuge und Leittechnik hingegen sei es kein Problem, einen festen Preis zu vereinbaren.

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Der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatten sich vor drei Tagen auf einen Finanzierungsrahmen für das Prestigeprojekt verständigt. Demnach wird der Bund maximal 925 Mill. Euro beisteuern, Bayern will 475 Mill. Euro übernehmen. Nach dieser Rechnung bliebe eine Lücke von 165 Mill. Euro, über die Huber am Freitag mit der Deutschen Bahn und am kommenden Dienstag mit den Herstellern reden will. Die 37 Kilometer lange Strecke soll den Münchner Hauptbahnhof mit dem Flughafen verbinden. Sie ist seit Jahren höchst umstritten. Huber will den Transrapid bis zum Rücktritt des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) Ende September unter Dach und Fach haben.

Kritiker werfen Huber vor, die Risiken des Projekts zu unterschätzen. So seien erhebliche Preissteigerungen unausweichlich, der Transrapid werde wenigstens 400 Mill. Euro teurer als ursprünglich geplant. Als einer der schärfsten Kritiker der Strecke gilt der Münchener Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Er will als Gesellschafter des Flughafens München sein Veto gegen eine Mitfinanzierung einlegen.

Das Projekt Transrapid steht unter der Regie der Bahntochter DB Magnetbahn. Das Herstellerkonsortium bilden neben Thyssen-Krupp und Siemens die Baukonzerne Bilfinger Berger, Max Bögl und, als Konsortialführer, Hochtief. Keines der beteiligten Unternehmen wollte sich gestern äußern. Berichte über angebliche extreme Preissteigerungen wurden in Kreisen der Industrie aber als "spekulativ“ kritisiert. Noch laufe das Planfeststellungsverfahren.

Der Transrapid gilt als technisches Leuchtturmprojekt der Großen Koalition in Berlin. Die Bundesrepublik hat die Magnetbahn bis heute mit rund 1,2 Mrd. Euro gefördert, die erste kommerzielle Strecke ist in Schanghai seit 2002 in Betrieb.

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