Fiat behält das As auf der Hand: Lockere Allianzen lösen bei Fiat Größenwahn ab

Fiat behält das As auf der Hand
Lockere Allianzen lösen bei Fiat Größenwahn ab

Sie wurden als „historische Chancen“ und „ideale Ergänzungen“ gefeiert wie bei der Übernahme von Rover durch BMW im Jahre 1994, als „Ehe, die im Himmel geschlossen wurde“ wie bei der Fusion von Daimler und Chrysler 1998 oder als „erstklassige internationale Partnerschaft“ wie die gegenseitige Beteiligung von General Motors (GM) und Fiat im Jahr 2000.

HB FRANKFURT. Die „ideale Ergänzung“ erwies sich schon bald als Flop, die himmlische Ehe plagt sich seit Jahren mit den Problemen im Alltagsgeschäft, und in der „erstklassigen Partnerschaft“ zwischen dem Turiner Traditionsunternehmen Fiat und dem weltgrößten Automobilbauer GM herrscht nun schon geraume Zeit Krach.

Die Konsolidierung in der Branche der Automobilhersteller ist ins Stocken geraten. Gab es 1970 weltweit noch mehr als drei Dutzend selbstständige Automobilunternehmen, so waren es Anfang des neuen Jahrtausends grad noch ein gutes Dutzend. Experten sagten für das Jahr 2010 ein weiteres Schrumpfen auf ein halbes Dutzend voraus. Nicht nur Fiat und Mitsubishi galten als sichere Übernahmekandidaten, sondern sogar Renditeperlen wie Honda und BMW. „Big is beautiful“ war Mode, kleine Firmen passten nicht in die Zeit. Zu wenig Masse, zu wenig Synergien – nicht überlebensfähig, lautete das Fazit der Unternehmensberater und Investmentbanken. Auch Spitzenmanager fanden es bis vor kurzem viel aufregender, Firmen zu kaufen, als Autos zu verkaufen.

Die Ernüchterung bei Daimler-Chrysler, Mitsubishi und Hyundai, das Scheitern von BMW bei Rover und die Probleme von Ford mit seinen Premiummarken Jaguar, Volvo, Land Rover und Aston Martin haben das Pendel umschlagen lassen. Elefantenhochzeiten und Übernahmeschlachten sind out, Allianzen bei Einzelprojekten und Komponentenaustausch in. Jeder arbeitet mit jedem zusammen, um Kosten zu senken.

Alles, was die Markenidentität nicht gefährdet, weil es der Autokäufer nicht sofort wahrnimmt, steht auf der Wunschliste für Kooperationen. Immer mehr Barrieren fallen, bescheinigen Marktexperten. Plattformen – noch vor wenigen Jahren ein absolutes Tabu – werden jetzt sogar von einem Massen- und einem Premiumhersteller gemeinsam genutzt, wie das Beispiel VW Touareg und Porsche Cayenne zeigt.

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