Industrie
Fiat-Chef kümmert sich um Altlasten

Der Fiat-Chef Sergio Marchionne muss bei seinem früheren Arbeitgeber, dem Schweizer Warenprüfkonzern SGS, Feuerwehrmann spielen. SGS hat gestern einen überraschenden Wechsel an der Konzernspitze bekannt gegeben: Werner Pluss, der die Führung des 37 000 Mitarbeiter großen Konzerns erst vor knapp vier Monaten von Marchionne übernommen hat, tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück, wie es in einer Mitteilung heißt.

ZÜRICH. An Stelle von Pluss soll nun der altgediente SGS-Manager Johan Allegaert das Unternehmen für eine Übergangszeit leiten. Marchionne, der SGS verlassen hatte, um die Führung von Fiat zu übernehmen, hat gestern angekündigt, Allegaert in den kommenden Wochen tatkräftig zu unterstützen.

Die Meldung vom Rücktritt setzte die Aktie des Konzerns, die im Schweizer Blue-Cip-Index SMI gehandelt wird, unter Druck. Sie sank vorübergehend um mehr als zwei Prozent. Banken wie die Zürcher Bank Leu stuften das Rating der Aktie von „Buy“ auf „Hold“ zurück. Händler begründeten den Kursrückgang mit unguten Erinnerungen, die der Abgang des Konzernchefs geweckt habe.

Vor Marchionnes Antritt im Jahr 2003 hatte der Konzern unter einer lang anhaltenden Führungskrise gelitten. Schuld daran war die Uneinigkeit der Großaktionäre, der französischen Finanzgesellschaft Worms & Cie sowie der deutschen Industrieellen-Familie von Finck. Marchionne gelang hier ein Ausgleich, und er schaffte in den vergangenen zwei Jahren die Wende bei SGS. Er strich Stellen, verlagerte Arbeitsplätze in kostengünstigere Länder, verteuerte den Preis der eigenen Dienstleistungen und ging erfolgreich auf Einkaufstour. So erwarb er zum Beispiel in Deutschland in diesem Jahr das Institut Fresenius mit seinen Laboratorien zur Prüfung von Pharmaprodukten. Sechs Mal hintereinander schaffte es Marchionne den Halbjahresgewinn zu steigern, 84 Mill. Euro waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Für 2005 hatte Marchionne bei SGS ein Umsatzziel von drei Mrd. Schweizer Franken ausgegeben (1,98 Mrd. Euro). Die Gewinnmarge sollte von derzeit 13 auf 16 Prozent steigen.

Seite 1:

Fiat-Chef kümmert sich um Altlasten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%