Fiat-Chef
Marchionne leidet unter Italien

Fiat hadert mit seiner Heimat: Der italienische Autobauer wäre laut Konzernchef Sergio Marchionne ohne Italien besser dran. Gewerkschaften reagierten empört auf die Äußerung.
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HB ROM. Kürzlich hatte Fiat die Prognosen für das Jahr 2010 angehoben. Der Betriebsgewinn werde mindestens zwei Mrd. Euro betragen, sagte Marchionne. „Nicht ein Euro kommt aus Italien.“ Der Autobauer könnte ohne das Land mehr erreichen. Die Arbeitsproduktivität sei zu gering und es herrsche ein Mangel an Wettbewerbsfähigkeit.

Der Chef der größten Gewerkschaft CGIL, Guglielmo Epifani, wies die Vorwürfe zurück. „Marchionne sieht die Zukunft von Fiat sehr skeptisch“, sagte der Gewerkschaftsführer. „In Wahrheit will Marchionne Italien verlassen.“ Empört zeigte sich auch Rocco Palombella von der Metallarbeiter-Gewerkschaft Uilm: Marchionne solle „aufhören, die Arbeiter zu demütigen“.

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  • Wenn die Regel innerhalb der Eurozone nicht geändert werden, wird sehr wahrscheinlich italien die Eurozone verlassen. Mit unübersehbarer Konsequenzen für die EU.

  • Die italienische industrie erlebt einen Niedergang ohnegleichen. FiAT ist nur ein beispiel. Wer nach Jahren einmal wieder in dem grundsätzlich sehr schönen Land Urlaub macht, stellt fest, daß die infrastruktur und das gesamte Leben ggü. Nord-Europa deutlich zurückgeblieben ist. Es fällt z.b. auch auf, wie häufig insbesondere Audi und bMW gefahren wird. Diese Fahrzeuge haben wohl den Markt, den früher Alfa und Lancia inne hatten, erobert. Auch VW wird häufig gefahren. Früher waren doch 80% aller Fahrzeuge FiAT... Was ist geblieben? Die Einführung des Euro hat italien offensichtlich eines "Wettbewerbsfaktors" beraubt, und die strukturellen Schwächen treten offen zu Tage. Die industrie wandert in andere Kontinente aus, oder die Marktanteile werden z.b. von deutschen Unternehmen übernommen. italiener sollten die Worte von Marchionne sehr, sehr ernst nehmen und sich nichts "vormachen".

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