Industrie

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Fiat-Chef Marchionne: „Piëch, lass es“

Fiat-Chef Sergio Marchionne behält auch in der Absatzkrise sein Selbstbewusstsein: Der Italiener bekräftigt das Fiat-Gewinnziel und erteilt einer Übernahme von Alfa Romeo durch Volkswagen eine klare Absage.

Fiat-Chef Marchionne demonstriert Selbstbewusstsein in der Krise. Quelle: Reuters
Fiat-Chef Marchionne demonstriert Selbstbewusstsein in der Krise. Quelle: Reuters

TurinFiat will sich trotz massiver Probleme durch die Absatzkrise in Europa nicht von Alfa Romeo trennen. Die Tochter stehe nicht zum Verkauf, bekräftigte Konzernchef Sergio Marchionne am Montag vor Journalisten. „Piëch, lass es“, sagte er im lokalen Dialekt mit Blick auf VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. „Alfa Romeo steht nicht zum Verkauf.“

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Zuvor hatte das Magazin „Focus“ über ein mögliches Interesse von Volkswagen an der Traditionsmarke berichtet. Dem Magazin zufolge hatten Vertreter von VW mehrere Werke des italienischen Rivalen inspiziert. Ein VW-Sprecher erklärte daraufhin, es sei zwar kein Geheimnis, dass Alfa Romeo eine interessante Marke sei. "Wir sind aber mit zwölf Marken im Konzern gut aufgestellt", fügte er hinzu.

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Trotz des massiven Absatzeinbruchs in Europa will der italienische Autobauer Fiat in diesem Jahr weiter einen Milliardengewinn erzielen. Fiat sei in einer „gesunden Verfassung“, sagte Unternehmenschef Sergio Marchionne am Montag in Turin und bestätigte den Gesamtjahresausblick. Demnach peilt der Konzern für das laufende Jahr unter anderem einen Nettogewinn von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro bei einem Umsatz von mehr als 77 Milliarden Euro an. Wegen der massiven Probleme bei Fiat hatte der italienische Ministerpräsident Mario Monti Unternehmenschef Sergio Marchionne und Präsident John Elkann am Samstag nach Rom gerufen.

Fiat hatte im zweiten Quartal nur dank guter US-Geschäfte seiner Tochter Chrysler den Sturz in die roten Zahlen vermieden. In Europa hätte Fiat alleine im 246 Millionen Euro Verlust eingefahren. Der gesamte Konzern verbuchte einen Nettogewinn von 358 Millionen Euro.

Die größten Autohersteller in Europa

  • Platz 10

    Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

  • Platz 9

    Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

  • Platz 8

    Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

  • Platz 7

    BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

  • Platz 6

    Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

  • Platz 5

    Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

  • Platz 4

    General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

  • Platz 3

    Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

  • Platz 2

    Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

  • Platz 1

    Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

    Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Zuletzt hatte Italiens Ministerpräsident Monti von den Fiat-Konzernchefs Aufschluss über das weitere Engagement in Italien verlangt. Marchionne hatte wegen der eingebrochenen Nachfrage deutlich gemacht, dass eines der vier Fiat-Werke im Land gefährdet sein könne, falls sich an der desolaten Absatzlage nichts ändere. Staatshilfen sollen aber nicht in Anspruch genommen werden, sagt Monto nach einem fünfstündigen Treffen mit Marchionne.

Fiat selbst verwies in einer Mitteilung darauf, dass man in den vergangenen Jahren fünf Milliarden Euro in Italien investiert habe und weiter Autos produzieren wolle - vor allem für Exporte in außereuropäische Länder. Regierung und Unternehmen würden nach Wegen suchen, um die Wettbewerbsfähigkeit von Fiat zu stärken.

  • 27.09.2012, 02:49 UhrMesserschmitt

    Ja Audi ,da gab es schon viele,kleine und große, die den kürzeren zogen.

  • 27.09.2012, 02:28 UhrMesserschmitt

    Hallo Herr Nickmari8
    Mein Kommentar zielte auf das Geschäftsgebaren inclusive großer Sprüche,von Managern aus Italien.Ich meine nicht das Italienische Volk damit,sondern einzelne,die es übrigens auch in Deutschland gibt,die aber aufgrund ihrer Verhaltensweise ein sehr schlechtes Licht auf die Branche werfen.
    Fakt ist :Es gab Fahrzeug Hersteller aus Italien die z.b. Fahrzeuge verkauften die gar nicht den damaligen Deutschen Zulassungsbestimmungen,in vielerlei Form ,entsprachen (KBA entzog dann die ABE).Oder bei Rückrufen bei einem Serienfehler dem Importeur mitteilten ,das er doch bitte die über 5000 Benzintanks ,auf eigene Kosten,tauschen solle.Als der Importeur dem Hersteller mitteilte das dieser vor Gericht gehen wird(mittlerweile gab es Brände durch die Fahrzeuge)bekam er die antwort das dies in Italien geschehen muß(gem.Vertrag) und das dies mindesten 10 bis 15 Jahre dauern wird ,bevor es ein Urteil gibt.Ein anderer Hersteller stellte auf Ausstellungen Fahrzeuge aus und nahm über 3000 Verbindliche Bestellungen ,mit Anzahlungen, entgegen mit Lieferung innerhalb von 6 Monaten.Die Firma gab es dann nicht mehr ,und außer den 3 Ausstellungsfahrzeugen wurde dies nie gebaut.Oder das Kunden 5 (in Worten fünf) Monate auf ein Ersatzteil warteten ,Das Fahrzeug hatte keine 10000 km gelaufen und es handelte sich um eine Gewähreistungsreparatur !Viele weitere Beispiele könnte ich ihnen nennen.Im übrigen habe ich China mit keinem Wort erwähnt,und das dort Geld verdient wird nie in Zweifel gezogen,möchte Ihnen jedoch nahelegen sich die Geschäftsberichte der Volkswagen AG genau anzuschauen,insbesondere den Gewinn vor Steuern in Europa.Zahlen Sie Steuern,die Sie Buchhalterisch,rechtlich einwandfrei,senken könnten?

  • 26.09.2012, 16:23 Uhrnickmari8

    Wenn ich die Kommentare auf dieser Seite lese, wird mir schlecht. Da wird ein Volk voll beleidigt und diese Redaktion nennt es Netiquette. Es lebe das Handelsblatt, es lebe Deutschland.

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