Fiat Chrysler auf Brautschau Marchionnes verzweifelte Partnersuche

Sergio Marchionne, Chef von Fiat Chrysler, sucht nach Fusionspartnern. Zuletzt warb er in ungewöhnlicher Offenheit um seinen Wunschkandidaten GM. Die Avancen trafen aber nicht auf Gegenliebe. Was nun?
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Dass der 63-Jährige, der den FCA-Chefposten 2018 abgeben möchte, sich für Fusionen und Übernahmen begeistert, ist bekannt. Quelle: dpa
Sergio Marchionne

Dass der 63-Jährige, der den FCA-Chefposten 2018 abgeben möchte, sich für Fusionen und Übernahmen begeistert, ist bekannt.

(Foto: dpa)

New YorkEin Mann, eine Mission: Sergio Marchionne, Chef des transatlantischen Autoriesen Fiat Chrysler FCA, will den Konzern verkuppeln - dabei nehmen seine Anbandlungsversuche zunehmend manische Züge an. Beim großen Wettbewerber General Motors (GM) fiel der Italo-Kanadier zuletzt regelrecht mit der Tür ins Haus, blitzte aber ab. Auch sonst scheint sein Werben bislang vergeblich. Dabei meint es Marchionne angeblich nur gut - er stellt sich als Heiler einer kränkelnden Branche dar. Was führt er wirklich im Schilde?

Es stimmt - der Druck auf die Hersteller steigt: Autobauen wird teurer, und das Wachstum dürfte abflauen. Bei Trends wie autonomem Fahren oder Elektroantrieb mitzuhalten, und zugleich die regulatorischen Vorschriften einzuhalten, kostet viel Geld. „Das Geschäftsmodell der Zukunft erfordert hohe Investitionen“, sagt Stefano Aversa vom Beratungshaus AlixPartners. Massenhersteller wie FCA müssten neue Wege finden, um das bezahlen zu können.

Das weiß auch Marchionne. Und mit Fusionen, die häufig kostensenkend wirken, hat er gute Erfahrungen gemacht. Mit Fiat war er nach der Finanzkrise beim angeschlagenen US-Rivalen Chrysler eingestiegen, hatte die Anteile über Jahre ausgebaut und ihn im vergangenen Herbst komplett geschluckt. Bislang gilt die Hochzeit als erfolgreich und stellt damit eine Ausnahme in der von Megaflops wie dem gescheiterten Zusammenschluss von Daimler und Chrysler traumatisierten Branche dar.

Dass der 63-Jährige, der den FCA-Chefposten 2018 abgeben möchte, sich für Fusionen und Übernahmen begeistert, ist bekannt. Dennoch war die Deutlichkeit überraschend, mit der er dieses Anliegen zuletzt vorantrieb. Er forderte GM-Chefin Mary Barra mehr oder weniger öffentlich zum Zusammenschluss auf und machte mit einer Power-Point-Präsentation Schlagzeilen, die Konsolidierung als letzten Ausweg der gebeutelten Branche darstellt. Das offene Vorgehen ist ungewöhnlich, normalerweise findet sowas diskret statt.

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