Fiat Chrysler mit Rekordquartal

Marchionne erhöht die Prognose

Rekordstrafen, Hackerangriffe, Rückrufe: All das hat Fiat Chrysler nicht schaden können – zumindest im abgelaufenen Quartal. Vorstandschef Sergio Marchionne hebt die Prognose an, die Anleger greifen zu.
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Gute Verkaufszahlen sogar auf dem italienischen Heimatmarkt. Quelle: ap
Sergio Marchionne

Gute Verkaufszahlen sogar auf dem italienischen Heimatmarkt.

(Foto: ap)

MailandFiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne hat es wieder einmal geschafft, die Erwartungen der Investoren zu übertreffen. Im zweiten Quartal hat er den Umsatz um ein Viertel und den Nettogewinn um 69 Prozent auf 333 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Grund dafür sind vor allem die starken Verkäufe von Jeep.

Deshalb hat Marchionne nun die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der italo-amerikanische Autokonzern rechnet 2015 mit einem Umsatz von mehr als 110 Milliarden Euro und einem bereinigten Gewinn zwischen 1,0 und 1,2 Milliarden Euro.

An der Mailänder Börse kam die Quartalsbilanz gut an: Fiat-Chrysler-Aktien verteuerten sich um 4,5 Prozent.

Nicht nur das nordamerikanische Geschäft brummt derzeit. Auch in Europa und sogar auf dem italienischen Heimatmarkt konnte Fiat Chrysler Automobiles (FCA) sich zuletzt über gute Verkaufszahlen freuen. In Nordamerika steigerte das Unternehmen den Umsatz um 40 Prozent, in Europa fast um ein Fünftel. Nur in Südamerika ging der Umsatz zurück.

Marchionne kann die guten Nachrichten gut gebrauchen. Schließlich stand FCA zuletzt eher mit Schreckensmeldungen in den Nachrichten: Rekordstrafen, Hackerangriffe, Rückrufe. FCA muss die Rekordstrafe von 105 Millionen Dollar für insgesamt 23 verschlampte oder verzögerte Rückrufe nach technischen Defekten zahlen.

Außerdem veröffentlichte das IT-Magazin „Wired“ kürzlich eine Reportage, in der zwei Hacker die Kontrolle über einen Jeep Grand Cherokee nahmen. FCA rief darauf 1,4 Millionen Fahrzeuge zurück, um die Software auszubessern.

Große Oper für ein schweres Erbe
Alfa Romeo Giulia
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„Vincerò“ – ich werde siegen, hat Andrea Boccelli gesungen, während am Abend des 24. Juni 2015 die neue feuerrote Giulia von Alfa Romeo erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. „Vincerò“ – das hofft auch Sergio Marchionne, der Vorstandsvorsitzende von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), der ebenfalls ins neue Alfa-Romeo-Museum in Arese im Norden Mailands gereist war. Es hatte den 105. Geburtstag der italienischen Kultmarke mit der Schlange im Wappen auserkoren für die Präsentation des des neuen Modells. Denn an das knüpft er besonders hohe Erwartungen ...

Fiat Chrysler CEO Sergio Marchionne
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„Giulia ist ein reiner, authentischer Alfa Romeo“, schwärmt der Chef. Mit dem neuen sportlichen Modell mit 6-Zylindermotor und einer Spitzenleistung bis zu 510 PS will der Fiat-Chrysler-Chef vor allem den US-Markt aufrollen. Aber auch mit Emotion. Nach dem Relaunch des „Cinquecento“ ist dies der zweite große Versuch einer Kult-Modell-Reanimation aus dem Fiatkonzern ...

Mit der Power von Ferrari
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In der Spitzenvariante Giulia Quadrifoglio hämmert unter der Haube ein Sechszylinder-Turbotriebwerk, das von Ferrari für Alfa Romeo entwickelt wurde. Mit einer Leistung von 375 kW (510 PS) soll der Alfa so in nur 3,9 Sekunden auf 100 Kilometer beschleunigen.

Präsentation im eigens renovierten Alfa-Museum in Arese
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Auf der Straße soll die Giulia mit einer perfekten Gewichtsverteilung von 50:50 und einem Gewicht von weniger als drei Kilogramm pro PS besonders dynamisch daherkommen.

Verzögert wird mit Karbon-Kermik-Bremsen
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Durch den Einsatz von Kohlefaser und Aluminium wurde das Gewicht so gering wie möglich gehalten. Da Giulia sich die Plattform mit Maserati teilt, wird sie über die Hinterachse angetrieben.

Blick auf die Details
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Auch das Logo selbst wurde noch einmal modernisiert - auch wenn alle traditionellen Insignien wie das rote Kreuz und die markante Schlange, aus deren Mund ein Säugling schlüpft, beibehalten wurden.

Ableger sind in Planung
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Mit Emotion und Mythos will FCA den US-Markt erobern. Die Giulia knüpft mit ihrem Namen an ein Erfolgsmodell von 1962 an, das mit bis zu 112 PS so manchem Porsche das Leben schwer machte. Auch damals kam der Sportwagen als Limousine daher. Für die neue haben rund 700 Ingenieure die vergangenen Monate und Jahre damit verbracht, alles im Geheimen zu entwickeln. Auf der gleichen Plattform der Giulia sollen in Zukunft auch SUV, Spider und die Oberklassenlimousine basieren.

Dabei will sich Marchionne auf ganz andere Dinge konzentrieren: Im Herbst soll die Sportwagentochter Ferrari in New York an die Börse kommen. Das soll auch Kapital bringen, um das Comeback von Alfa Romeo in den USA zu finanzieren. Das ist für das kommende Jahr geplant. Insgesamt will Marchionne fünf Milliarden Euro in acht neue Alfa-Modelle investieren.

Gleichzeitig sucht er auch noch ganz offensiv nach einem starken Partner. Bei General Motors hatte er persönlich vorgefühlt, aber bisher eine Abfuhr erhalten.

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