Fiat-Tochter
Jeeps und Pickups füllen Chrysler die Kasse

Chrysler profitiert vom starken Verkauf von Jeeps und Pickups: Das Geschäft brummt und lässt den Gewinn der Fiat-Tochter steigen. Die Sorge über ein Scheitern der Fusion sei deswegen übertrieben, so der Konzernchef.
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Auburn Hills/Mailand/DetroitDie Fiat-Tochter Chrysler macht dank starker Verkäufe von Jeep-Geländewagen und Pick-up-Trucks mehr Profit. Im zweiten Quartal kletterte der Netto-Gewinn im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 619 Millionen Dollar (464 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch in Auburn Hills nahe Detroit mitteilte.

Der Umsatz nahm um 14 Prozent auf 20,5 Milliarden Dollar zu. Weltweit verkaufte Chrysler im zweiten Quartal 727.000 Fahrzeuge. Vor allem die Geschäfte mit dem neuen Jeep Cherokee und dem Ram Pickup brummten den Unternehmensangaben zufolge.

Chrysler hatte die Wirtschaftskrise des Jahres 2009 nur dank staatlicher Hilfe überlebt. Danach war Fiat eingestiegen. Zu Jahresbeginn hatten die Italiener die US-Tochter komplett übernommen und zum transatlantischen Autokonzern Fiat Chrysler verschmolzen.

Derweil hat der Chef von Fiat und Chrysler, Sergio Marchionne, Spekulationen über ein Scheitern der Fusion der beiden Konzerne als übertrieben zurückgewiesen. Marchionne sagte Analysten am Mittwoch in einer Telefonkonferenz, bis Dienstag habe noch kein Aktionär formell angekündigt, von seinem Recht zur Blockade der Verschmelzung Gebrauch zu machen. Die Presse stelle die Situation übertrieben dar. Erst kurz vor Ende des Monats werde die genaue Zahl der Fusionsgegner bekannt sein. Ohnehin werde er einen neuen Anlauf unternehmen, sollte der Zusammenschluss jetzt scheitern, betonte Marchionne. Zuvor hatten Sorgen um die Fusion die Fiat-Aktie um 8,5 Prozent ins Minus getrieben. Sie schlossen knapp 5,6 Prozent tiefer.

Marchionne will die beiden Automobilfirmen zu Fiat Chrysler Automobiles (FCA) mit Sitz in den Niederlanden verschmelzen. Mit Hilfe des Geldes aus einem Börsengang in den USA will er dann seine Reformpläne finanzieren. Allerdings sind an die Fusion eine Reihe von Bedingungen geknüpft. Zu denen gehört, dass nur eine gewisse Zahl von Aktionären von ihrem Recht Gebrauch machen darf, ihre Anteile zum Festpreis zu verkaufen. Hier liege das Problem mit dem fallenden Aktienkurs von Fiat, sagte ein Händler in Mailand: „Je weiter die Aktie fällt, desto mehr wird erwartet, dass die Leute aussteigen, was wiederum mehr Leute zum Verkauf veranlasst.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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