
HB DÜSSELDORF. Die Kunden sind skeptisch, die Verluste weiter hoch. Dennoch herrscht Aufbruchstimmung beim gestrauchelten Autohersteller Chrysler. Die finanzielle Lage entspanne sich zusehends und Chrysler sei auf dem Weg, seine Ziele für das laufende Jahr zu erreichen, sagte Konzernchef Sergio Marchionne am Mittwoch in Auburn Hills (US-Bundesstaat Michigan). Im laufenden Jahr will er zumindest operativ in die schwarzen Zahlen zurückkehren.
Davon war Chrysler im vergangenen Jahr noch weit entfernt. Auch nach Verlassen der Insolvenz im Sommer schrieb das Unternehmen tiefrote Zahlen. Unterm Strich summierte sich der Verlust von Juni bis Dezember auf 3,8 Milliarden Dollar, das meiste davon fiel im Schlussquartal an. Vor allem ein Gesundheitsfonds für Pensionäre belastete das Ergebnis.
Der Umsatz kam bei 17,7 Milliarden Dollar heraus. Die Insolvenz hatte viele Kunden abgeschreckt, erschwerend kam die Wirtschaftskrise hinzu. Und auch heute noch steht der kleinste der drei US-Autobauer am schwächsten da. Während die Verkäufe bei den Konkurrenten in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt haben, verbuchte Chrysler weiterhin Rückgänge. Die Modellpalette gilt als veraltet, neue Modelle mit technischer Hilfe von Fiat kommen nicht vor der Jahreswende 2011/2012 auf den Markt.
Marchionne, der gleichzeitig Fiat-Chef ist, hatte nach der überstandenen Insolvenz von Chrysler das Steuer übernommen. Fiat hält 20 Prozent an dem US-Hersteller, die Mehrheit liegt nach milliardenschweren Staatshilfen bei der Regierung. In den kommenden zwei Jahren will Marchionne den Anteil in mehreren Schritten auf 35 Prozent aufstocken - aber nur, sofern er Chrysler wieder in die Spur bringen kann.