Industrie

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Fiats Sparkurs: Der stille Tod von Lancia

Eine Legende wird langsam beerdigt. Weil die italienische Traditionsmarke Lancia die Erwartungen des Mutterkonzerns nicht erfüllen kann, wird die Produktion massiv gekürzt. Fiat-Chef Marchionne hat bereits neue Pläne.

Eine der letzten Neuigkeiten: 2009 präsentierte Lancia auf dem Autosalon in Genf den neuen Delta 200 HP. Quelle: ap
Eine der letzten Neuigkeiten: 2009 präsentierte Lancia auf dem Autosalon in Genf den neuen Delta 200 HP. Quelle: ap

Die Todesanzeige einer Traditionsmarke verbirgt sich auf Seite 10 des Fiat-Analystenberichtes zu den aktuellen Quartalszahlen. Unter dem Punkt "Reduce/curtail Lancia exposure" skizziert der italienische Autobauer nüchtern den Rückbau der italienischen Automarke Lancia. Die Produktion solle schrittweise reduziert werden, steht dort. Künftig werde nur noch das Modell Ypsilon gefertigt - in Polen. "Wir dürfen uns nicht mehr der Illusion hingeben, dass wir Lancias historisches Image wieder aufbauen können", erklärte Fiat-Chef Sergio Marchionne. Es ist das unrühmliche Ende einer über 100-jährigen Geschichte von Lancia in Italien.

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Eine Geschichte, die 1906 begann und deren goldene Momente weit in den 60er-Jahren liegen. Mit den Modellen "Flaminia", "Flavia" und "Fulvia" galt Lancia als Inbegriff der italienischen Eleganz. Mit dem Sportwagen Stratos HF schrieben die Italiener ab 1978 Rallyegeschichte, gewannen mehrfach die Rallye Monte Carlo. Von der ruhmreichen Geschichte ist heute allerdings nicht mehr viel geblieben. Zuletzt hatte Fiat versucht, Lancia durch eine Kooperation mit Chrysler wiederzubeleben. Die italo-amerikanische Zusammenarbeit brachte unter anderem das Model Thema hervor, das allerdings in der Gunst der Kunden nicht sonderlich hoch im Kurs stand. Zu offensichtlich war die die Umetikettierung des amerikanischen Autodesigns. Auch künftig werden Lancia-Modelle bestenfalls Chrysler-Modelle mit anderem Namen sein.

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  • Lancia Thema im Handelsblatt-Test: Ein italienisch-amerikanischer Klassiker
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Statt auf den verblassten Glanz von Lancia will sich Fiat darum künftig auf seine Nobelmodelle von Alfa Romeo, Jeep und Maserati konzentrieren. In Modena soll ab dem kommenden Jahr auch der Alfa 4C produziert werden, im Werk Gruliasco bei Turin wollen die Italiener zwei Maserati-Modelle fertigen. Ein neuer Geländewagen ist ebenfalls in Planung.

Für Marchionne ist die neue Premiumstrategie alternativlos, denn im Volumengeschäft fährt Fiat seit Monaten Millionenverluste ein. Innerhalb von drei Monaten sind die Schulden von Fiat von 1,3 auf 6,7 Milliarden Euro angewachsen. Erst für 2016 gehen die Italiener davon aus, den Break Even Point in Europa zu erreichen. Im dritten Quartal führ die Fiat-Gruppe zwar einen Gewinn von 286 Millionen Euro ein, doch das ist vor allem dem guten Ergebnis der US-Tochter Chrysler zu verdanken.

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  • 05.11.2012, 05:00 UhrDark__Wings

    Dark__Wings

    Ich mochte talienische 0815 Autos noch nie schon garnicht wenn sie überteuert als Nobel verkauft wurden.Billige Fiattechnik in nobel ausehende Karossen verbaut macht noch keinen Jaguar.

  • 04.11.2012, 14:38 UhrJan_Schneyder

    Der Artikel strotzt nur so vor Fehlern:

    1. "Die letzte Neuigkeit: 2009 ... Delta 200 HP"

    Falsch! Das bislang letzte, eigenständig und ohne Chrysler von Lancia entwickelte Modell ist der New Ypsilon, der 2011 vorgestellt wurde.

    2. "Zuletzt hatte Fiat versucht, Lancia durch eine Kooperation mit Chrysler wiederzubeleben. Die italo-amerikanische Zusammenarbeit brachte unter anderem die Modelle Thema und Delta hervor ..."

    Falsch! Der aktuelle Delta wurde 2008 eingeführt und basiert auf der Bodengruppe des Fiat Bravo. Fiat ist erst 2009 bei Chrysler eingestiegen, der Delta hat folglich absolut gar nichts mit Chrysler zu tun.

    Ein Minimum an Recherche wäre wirklich wünschenswert.

  • 03.11.2012, 09:58 UhrBadoglio

    Über Ursache und deren Folgen
    Seit circa 18 Jahren hat Deutschland einen Leistungsbilanzüberschuss von durchschnittlich 17 Milliarden Euro pro Monat. In diesen 17 Jahren konnte Deutschland, als stärkste EU-Wirtschaft, diesen Leistungsbilanzüberschuss überwiegend in der Währungsunion und vor allem dank der Überschuldung der Länder Südeuropas erreichen.
    Besonders verhängnisvoll war dass die Gewinne, die deutsche Konzerne in diesen Länder erzielt haben, überwiegend ins Nichteuroausland und z.T. in den ehemaligen Ostblockländer reinvestiert wurden, und nicht in den Euro-Länder wo sie erzielt wurden. Dies kommt einer legalen Kapitalflucht aus diesen Ländern gleich und ist für die hohe Jugendarbeitslosigkeit in diesen Länder Mitverursacher. (Spanien, Portugal, Griechenland über 50%, Italien nur etwas besser)
    Durch die Überflutung mit deutschen Industrieprodukte ist auch die Industrie dieser Ländern (besonders Italiens) stark geschrumpft, während die Deutschlands stark gewachsen ist.
    Auf diese Weise wurde auch die Wirtschaftskraft Europas gegen Osten verschoben, Deutschland dadurch selbst zum Zentrum.
    Erstaunlich ist vor allem dass Frankreich, das einzige Land das diese Entwicklung hätte verhindern oder mindestens etwas bremsen können, dies zugelassen und sogar unter Sarkozy sie unterstützt hat. Erst jetzt scheint es den Franzosen ein Licht aufzugehen. Leider spät, vielleicht zu spät um ein Auseinanderbrechen der Währungsunion, die die Franzosen in erster Linie gewollt haben, zu verhindern! Diese Entwicklung war vorauszusehen, durch die EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse den anderen EU-Länder diktiert, waren die schwächere Euro-Länder der stärkeren Industrie Deutschlands ausgeliefert. (ganz besonders ist dadurch Italien Industrie stark geschrumpft)

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