Fieberhafte Fehlersuche
A380 bleibt länger am Boden

Noch gibt es keine offizielle Erklärung für den Triebwerksausfall am Riesenairbus 380. Doch einiges deutet bereits jetzt auf Materialermüdung hin. Der Druck auf Rolls- Royce wächst – und der Ruf von Qantas leidet.
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FRANKFURT/LONDON/SYDNEY. Hier läuft alles zusammen, hier müssen sie sofort gemerkt haben, dass etwas nicht stimmt mit den beiden Qantas-Flugzeugen, die wegen Problemen mit ihren Rolls-Royce-Triebwerken notlanden mussten. Sämtliche Motoren des britischen Herstellers senden Tausende von Daten Tag für Tag in den Kontrollraum des Konzerns am Rande der mittelenglischen Stadt Derby.

24 Stunden täglich überwachen Experten den Herzschlag der Rolls-Royce-Produkte. Auf zig Computerbildschirmen blinkt es, Grafiken und Kurven erscheinen und verschwinden wieder. Wie in einem Handelsraum von Banken, wo Marktturbulenzen sofort erkennbar sind, sehen die Rolls-Royce-Mitarbeiter hier, welche Maschine Probleme bereitet.

Offiziell will sich Rolls-Royce nicht zu den Auswertungen dieser Daten und der Fehlersuche äußern. Nur soviel: Man arbeite eng mit allen Beteiligten zusammen. Klar ist: Der Druck auf Rolls-Royce wächst.

Mit Endoskopen auf Fehlersuche

Seit Donnerstag analysieren die Mitarbeiter fieberhaft alle Informationen. Ein Rolls-Royce-Triebwerk am Riesenairbus A380 war während des Flugs explodiert. Einen Tag später musste ein Boeing-Jumbo-Jet 747 mit einem Rolls-Royce-Motor umkehren. Die Rolls-Royce-Experten werden voraussichtlich mit speziellen Endoskopen anrücken und das Innere der Triebwerke, die versagt haben, genau inspizieren.

Endoskopische Geräte sind derzeit auch in den Wartungshallen bei Lufthansa, Singapore Airlines und Qantas heiß begehrt. Jedes Triebwerk der dort im Einsatz befindlichen A380 wird unter die Lupe genommen. Boroskopische Untersuchungen heißt das im Fachjargon. Acht Stunden dauert das bei jedem der gigantischen und 15 Millionen Dollar teueren Triebwerke.

Sinnvolle Checks, wie sich am Wochenende zeigte. So bestätigte Qantas Berichte, wonach bei einer weiteren A380 in Sydney ein Triebwerk getauscht werden musste, nachdem dort Unregelmäßigkeiten bei der Ölversorgung auftauchten.

Qantas hat deshalb das Flugverbot für ihre A380-Flotte vorerst verlängert. Techniker seien zudem unterwegs nach Großbritannien, um dort Teile der Düse zu untersuchen, die am Donnerstag nach dem Start von Singapur explodiert war.

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  • Tja, die Qualität ist nicht mehr wie sie sein sollte.
    Mann ist sich heutzutage nirgendwo mehr sicher.

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