Filialnetz wird in Deutschland ausgebaut – In München entsteht ein Vorzeigegeschäft
Egana-Goldpfeil poliert Salamander-Schuhe auf

Als Teil des Luxuskonzerns Egana-Goldpfeil geht es für den traditionsreichen Schuhkonzern Salamander nach Jahren des Niedergangs wieder aufwärts. Bis Ende des Geschäftsjahres (31. Mai 2006) soll das Filialnetz in Deutschland von 52 auf 60 Läden ausgebaut werden.

HB DÜSSELDORF.Die Geschäfte werden zudem neu positioniert. „Salamander wird nach und nach höherpreisige Schuhmarken anbieten, um die Luxusmarken von Egana-Goldpfeil einzubinden“, sagte Norbert Breuer, Geschäftsführer von Salamander, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Schon im laufenden Jahr will er wieder schwarze Zahlen schreiben.

Das Traditionsunternehmen aus Kornwestheim war im Herbst vergangenen Jahres mit dem damaligen Mutterkonzern Konkurs gegangen. Der Düsseldorfer Einkaufsverbund Garant Schuh + Mode hatte sich mit dem Kauf des seit Jahren schwächelnden Unternehmens verhoben. Im März übernahm der deutsch-chinesische Luxusgüterkonzern Egana-Goldpfeil die Salamander GmbH mit 52 Salamander-Filialen in Deutschland, 117 im europäischen Ausland, den Markenrechten an der Schuhmarke Salamander sowie der Lizenz für die Kinderschuhmarke Lurchi. Zum Markenportfolio von Egana-Goldpfeil gehörten bereits seit 2003 die Salamander-Schuhmarken Apollo und Sioux.

Für Egana-Goldpfeil war die Übernahme von Salamander strategisch wichtig, denn dem an der Hongkonger Börse notierten Konzern mit einem Jahresumsatz von 380 Mill. Euro 2003/2004 fehlte bisher ein eigenes Filialnetz für die rund 50 eigenen oder in Lizenz vertriebenen Luxusmarken der Sparten Lederwaren, Schmuck und Uhren. Schon ab Herbst sollen Taschen von Comtesse und Goldpfeil sowie Accessoires von Joop in ausgewählten Salamander-Läden verkauft werden.

Salamander kehrt in einen umkämpften deutschen Schuhmarkt zurück. Seit Jahren schrumpfen die Umsätze des Schuheinzelhandels – zuletzt 2004 um zwei Prozent auf 8,5 Mrd. Euro. Die Konsolidierung der Branche ist dabei in vollem Gang. Erst im Juni übernahm Europas größter Schuhhändler Deichmann die Traditionsmarken Elefanten und Gallus. Zudem drängen ausländische Händler auf den Markt. Zuletzt eröffnete die österreichische Schuhkette Humanic ihr neues Vorzeigegeschäft für Europa in Köln. Hinter Humanic steht die Leder & Schuh AG aus Graz mit europaweit 290 Geschäften.

Doch Branchenexperten geben Salamander gute Chancen. Denn der Facheinzelhandel mit hochpreisigen Schuhen ist stark zersplittert. Lokale und regionale Platzhirsche wie Zum Norde und Juppen konzentrieren sich zudem auf einzelne Marken. „Der breite Markenmix wird Salamander von der Konkurrenz abheben“, sagt Michael Fitz von der Beratung Hermann Fuchslocher, „zumal Salamander als Schuhhändler nach wie vor als sehr gute Adresse gilt.“

Die Lücke zwischen den Luxusartikeln von Egana-Goldpfeil und Schuhmarken wie Esprit, Gabor und Rieker sollen Modelle von Hugo Boss schließen. „Das Markenportfolio wird auf 40 ausgedehnt“, sagte Breuer. Die Tendenz nach oben soll sich dabei auch im Ladenbau widerspiegeln. Derzeit entsteht in der Kaufinger Straße in München ein neuer Vorzeigeladen. Anders als bisher sollen Schuhe künftig nicht mehr nach Größen präsentiert werden, sondern in thematischen Inseln.

Zudem treibt Salamander den Wandel vom Schuhhändler zum Anbieter, der auch Hersteller ist, voran. So sollen die margenstarken Eigenmarken ausgebaut werden. Bisher machten Schuhe der Marken Salamander und Lurchi weniger als zehn Prozent des Umsatzes. „Unser Ziel sind 20 Prozent“, sagte Breuer. Um dabei schneller auf Moden reagieren zu können, will Salamander künftig nicht mehr nur zwei Kollektionen pro Jahr, sondern wie etwa Konkurrent Görtz mindestens sechs Serien anbieten.

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