Finanz- und die Absatzkrise
Autobanken verbrennen Milliarden

"Jeder wusste, dass in den Autobanken eine Riesenwelle aufgebaut wird. Die Welle bricht jetzt", sagt Gerhard Fischer, Chef des unabhängigen Leasinganbieters Leasetrend. Die Autoindustrie habe über niedrige Leasingraten lediglich ihre Strukturkrise verdecken wollen. Fischer glaubt, dass Leasing in den kommenden Monaten 10 bis 15 Prozent teurer wird.

Zwei Drittel aller Neufahrzeuge in Deutschland werden finanziert, die Hälfte davon sind geleast. Im dritten Quartal wuchs das Geschäft trotz rückläufiger Neuzulassungen noch um 8,5 Prozent. 2007 schloss die Branche in Deutschland neue Leasingverträge über 23 Mrd. Euro ab. Doch auch hierzulande sind die Restwerte junger Gebrauchter seit 2006 um vier Prozent gefallen.

"Ich erwarte, dass einige Autokonzerne in den nächsten Jahren ihre Finanztöchter verkaufen oder strategische Partnerschaften mit Banken eingehen", sagt Gushurst. Die meisten Autobanken seien zu klein, um mit den Großbanken und Sparkassen auf Dauer mitzuhalten.

Staatliche Hilfe ist aber vorerst kein Thema. Die Bundesregierung hatte den Autobanken angeboten, mit unter den Rettungsschirm für den Bankensektor zu schlüpfen. "Wir haben das geprüft und verworfen", sagt ein BMW-Sprecher. "Das kommt für uns nicht in Betracht", sagte auch ein Sprecher der Mercedes-Bank auf Anfrage. "Heute gibt es keine Veranlassung, vom Rettungspaket Gebrauch zu machen", sagt ein Sprecher der VW Financial. Aus Finanzkreisen hieß es am Freitag, die Wolfsburger könnten aber noch in diesem Jahr die Notwendigkeit sehen, die staatliche Liquiditätsgarantie zu nutzen. Eigenkapitalhilfen für VW Financial seien aber nicht geplant.

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