Finanz- und die Absatzkrise
Autobanken verbrennen Milliarden

Die Lage für die Autokonzerne und ihre angeschlossenen Banken wird immer prekärer. Die Finanz- und die Absatzkrise treffen die Hersteller doppelt: Nach massiven Einbrüchen beim Autoabsatz drücken nun auch die Kosten der Refinanzierung auf die Autobanken. Führende Hersteller wie BMW oder Mercedes zahlen jetzt für die Sünden der Vergangenheit.

Zudem sinken weltweit die Restwerte für Gebrauchtwagen, die für die Banken die wichtigsten Vermögenswerte darstellen. Nach Berechnungen der Unternehmensberatung Booz & Company dürfte allein bei den deutschen Herstellern in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro verloren sein. "Wenn die Autokrise sich fortsetzt, kommen die Autobanken kaum darum herum, noch einmal den Rotstift massiv anzusetzen", warnt Booz-Berater Klaus-Peter Gushurst.

Den Anfang einer neuen Runde dürfte am morgigen Dienstag BMW machen. Die Münchener haben in diesem Jahre auf nicht gedeckte Leasingrestwerte bereits 700 Mio. Risikovorsorge getroffen. Finanzchef Michael Ganal hatte schon Anfang September im Interview mit dem Handelsblatt vor weiteren Abschreibungen in den USA, aber auch in Westeuropa gewarnt. Seitdem sind wichtige Märkte wie Großbritannien und Spanien massiv eingebrochen. Konkurrent Daimler hat seine Belastungen wegen nicht gedeckter Restwerte auf knapp 450 Mio. Euro beziffert.

BMW und die Daimler-Tochter Mercedes zahlen jetzt für die Sünden der Vergangenheit. Beide haben in den vergangenen Jahren den Absatz über günstige Leasingraten angeschoben, die Restwerte der zurücklaufenden Gebrauchtwagen aber sehr hoch angesetzt. In der Krise und im Schatten der CO2-Debatte sind die Restwerte der zum Teil sehr spritdurstigen Limousinen unter Druck.

Auf der anderen Seite stockt die Refinanzierung. Frisches Geld kam meist von den deutschen Landesbanken, die in den vergangenen Wochen ihr Geschäft aber stark eingeschränkt haben. Die HSH Nordbank, mit 8,5 Mrd. Euro Refinanzierungsvolumen eine der Branchengrößen, hat sich bereits ganz aus dem Geschäft zurückgezogen.

Bisher haben die Finanzsparten die Schwächen des reinen Autogeschäfts kaschiert. Nach einer Studie der Credit Suisse steuerte im vergangenen Jahr bei VW die Bank noch 16 Prozent des operativen Konzerngewinns bei, bei Daimler waren es rund sieben Prozent und bei BMW sogar 19 Prozent. Die BMW-Bank könnte 2009 nach Berechnungen der Unicredit im schlimmsten Fall mit bis zu 639 Mio. Euro ins Minus rasseln.

Seite 1:

Autobanken verbrennen Milliarden

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%