Finanz- und Luxussparte
Ford will Töchter losschlagen

Dem US-Autobauer Ford geht es alles andere als gut. Millionenverluste aufgrund sinkender Absatzzahlen und hoher Personalkosten zwingen ihn zum Handeln. Je größer der Druck wird, desto mehr Ideen machen die Runde. Am Wochenende wurden zwei mögliche Wege aus der Krise bekannt. In beiden Fällen geht es um den Verkauf von – teils sehr bekannten –Konzernteilen.

hz/tor FRANKFURT/NEW YORK. Einem Bericht der „Detroit News“ zufolge erwägt der Konzern den Verkauf einer „erheblichen Beteiligung“ an seiner Finanztochter Ford Motor Credit. Zuvor hatten US-Medien gemeldet, dass der Autobauer über den teilweisen Verkauf seiner Luxussparte an den Finanzinvestor One Equity Partners verhandelt. Das Pikante dabei: Am Steuer der Private-Equity-Tochter von JP Morgan Chase sitzt Jacques Nasser. Der hatte als Ford-Chef die Luxussparte aufgebaut und war vor fünf Jahren gefeuert worden.

Ford-Chef Bill Ford hatte Ende vergangener Woche einen Verkauf oder die Einstellung von Problemmarken wie Lincoln oder Jaguar nicht ausgeschlossen. Ford stehe vor „radikalen Änderungen“, sagte er der „Business Week“. Der US-Autobauer steht angesichts hoher Verluste in den USA vor einer erneuten Verschärfung seiner Sparpläne. Im September soll eine Neuauflage des erst im Januar vorgelegten Sanierungsplans für die schwer angeschlagenen nordamerikanischen Aktivitäten folgen. Ford engagierte jüngst den ehemaligen Investmentbanker Kenneth Leet als Berater, einen Experten für Unternehmensverkäufe.

Die Gespräche mit Nasser konzentrieren sich auf die Marken Jaguar und Land Rover, hieß es unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Demnach könnten die Verhandlungen auch zu einem Joint Venture statt zu einem reinen Verkauf führen. Die Marke Volvo, die 1999 Nasser für Ford erworben hatte, sei nicht Bestandteil der Gespräche.

Der 58jährige Nasser musste 2001 das Ruder abgeben und gründete in seiner Zeit die Ford Premier Automotive Group, in der neben Volvo und Aston Martin die nun zum Verkauf stehenden Marken Jaguar und Land-Rover untergebracht sind. Ein Ford-Sprecher wollte die Berichte nicht kommentieren. Auch eine Sprecherin von One-Equity-Partner lehnte einen Kommentar ab. Nasser ist als Senior Partner für den Bereich Fusionen und Übernahmen bei One Equity Partners zuständig.

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