Finanzchef erwartet Erholung im zweiten Halbjahr
GM schärft Sparplan nach

Der größte US-Autobauer General Motors (GM) hat nach einem Rekordminus im Jahr 2007 seinen Sanierungskurs verschärft und einen weiteren Stellenabbau angekündigt.

hz/HB DETROIT/FRANKFURT. Der Opel-Mutterkonzern will rund 74 000 Beschäftigten in den USA Abfindungsangebote vorlegen, um die Kosten weiter zu senken. Der personelle Kahlschlag in der kriselnden US-Autoindustrie geht damit weiter. Ford hatte bereits Ende Januar ein neues Abfindungsprogramm, das sich an 54 000 Mitarbeiter richtet, angekündigt.

US-Marktführer GM zieht mit dem neuerlichen Stellenabbau die Konsequenzen aus anhaltend tiefroten Zahlen. So fuhr der US-Autobauer im vierten Quartal erneut ein Minus von netto 722 Mill. Dollar ein, nach einem Plus von 950 Mill. Dollar noch im Vorjahresquartal. Auch im abgelaufenen Gesamtjahr fuhr GM wegen steuerlich begründeter Megaabschreibungen einen Rekordverlust von 38,7 Mrd. Dollar ein.

GM verlor damit wieder an Boden gegenüber der ebenfalls mitten in Restrukturierungsprogrammen steckenden US-Konkurrenz. So hatte sich Erzrivale Ford im abgelaufenen Geschäftsjahr näher an die Gewinnschwelle herangekämpft und bereits Ende Januar einen deutlich von 12,6 auf 2,7 Mrd. Dollar verringerten Jahresverlust für 2007 ausgewiesen.

Mit dem Abfindungsprogramm will sich der größte US-Autobauer nun in die Lage versetzen, neue Mitarbeiter zu niedrigeren Gehältern einzustellen. GM-Finanzchef Fritz Henderson verspricht sich davon Einsparungen ab dem zweiten Halbjahr 2008. Neue Arbeiter, die die bisherigen in der Autogewerkschaft UAW organisierten Beschäftigten künftig ersetzen, erhalten nach den 2007 mit der UAW ausgehandelten Bedingungen künftig nämlich nur etwa halb so viel Lohn.

GM-Boss Rick Wagoner sieht das Unternehmen ungeachtet der Rekordverluste auf Linie. „Trotz der schwachen US-Konjunktur sind wir bei der angestrebten Trendwende in Nordamerika auf Kurs“, sagte der GM-Boss. Wagoner versprach für 2008 steigende Vorsteuergewinne aus dem Autogeschäft. Die Börse reagierte skeptisch. Die GM-Aktie legte zwar erst zu, drehte dann aber zeitweise mehr als drei Prozent ins Minus.

Der Heimatmarkt Nordamerika und Europa bereiten GM auf seinem Sanierungskurs nach wie vor Probleme. GM hatte bereits im Rahmen seines 2005 aufgelegten Sanierungsprogramms die Streichung von mehr als 34 000 Stellen und die Schließung von zwölf Werken in den USA in Angriff genommen. Doch der Gegenwind für den US-Autobauer auf dem wichtigen Heimatmarkt wird wieder rauher.

Die sich deutlich abschwächende US-Konjunktur, hohe Rabatte sowie die schwelende Immobilienkrise lassen den schrumpfenden US-Automarkt weiter einbrechen. Viele Experten gehen davon aus, dass der US-Markt 2008 auf 15,5 Millionen verkaufte Autos fallen wird - dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren. „Wir erwarten steigende Rabatte und einen anhaltenden Marktanteilsverlust für GM in absehbarer Zeit“, urteilt Peter Nesvolt, Auto-Analyst von Bear Stearns, die GM jüngst auf „underperform“ abgestuft hatten. Wagoner glaubt dagegen, dass der US-Marktanteil von GM dieses Jahr wieder steigen könnte. Im Januar hatte GM nach einer deutlichen Anhebung der Rabatte seinen Anteil gegen den Trend leicht ausbauen können.

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