Finanzchef Uebber äußert sich zurückhaltend zu Wolfsburger Initiative
Daimler zeigt wenig Lust auf VW

Daimler-Chrysler hat unterkühlt auf einen Vorstoß von VW-Chef Bernd Pischetsrieder reagiert, der einen Grundlagenvertrag über die Zusammenarbeit der beiden Autokonzerne gefordert hatte. Kein Bedarf, heißt es dazu aus Stuttgart.



hz/mwb/HB STUTTGART. „Es gab bisher keine Gespräche zwischen Daimler-Chrysler und VW über einen solchen Grundlagenvertrag. Deshalb weiß ich auch nicht, was ich mir darunter vorzustellen hätte“, sagte Daimler-Chrysler-Finanzvorstand Bodo Uebber dem Handelsblatt. VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte Anfang der Woche ein solches Abkommen ins Gespräch gebracht.

Die laufenden Verhandlungen über Modellkooperationen zwischen den beiden Herstellern haben damit einen Dämpfer erhalten. Teams auf beiden Seiten sprechen derzeit über eine Liste von verschiedenen Projekten. Neben einem gemeinsamen Minivan für den nordamerikanischen Markt wird auch über eine Kooperation beim VW-Kleinwagen Polo mit der Chrysler-Marke Dodge nachgedacht. Wenn der Konzern für noch umfassendere Kooperationen seinen „ganzen Baukasten“ öffnen müsse, sei ein Grundlagenvertrag wie mit Porsche nötig, forderte Pischetsrieder.

Ein hochrangiger Daimler-Manager sagte dazu, er zweifle an dieser Notwendigkeit. VW und Daimler arbeiten bereits seit Jahren bei der Entwicklung und Produktion der Transporter VW LT und Mercedes Sprinter zusammen.

VW hatte zuletzt vergeblich versucht, Daimler als Großaktionär zu gewinnen. Nach dem Einstieg von Porsche bei VW als neuer Großaktionär im September sind solche Überlegungen allerdings vom Tisch. „Wir haben momentan kein Interesse, einen Anteil an einem anderen Automobilhersteller zu erwerben“, stellte Uebber klar. Daimler selbst fühlt sich durch den wachsenden Einfluss von Hedge-Fonds auf den Konzern nicht bedroht. Eine feindliche Übernahme durch Finanzinvestoren nannte Uebber „nicht realistisch“. Daimler wird an der Börse mit mehr als 40 Mrd. Euro bewertet. Hedge-Fonds halten nach Schätzung des Unternehmens 15 bis 20 Prozent an Daimler. „Für uns sind diese Fonds genauso Investoren wie alle anderen Anteilseigner“, betonte Uebber.

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