Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das Angebot genehmigt
Beru wird nicht zerschlagen

Der schwäbische Dieseltechnik-Spezialist Beru wird von seiner neuen Muttergesellschaft, dem US-Autozulieferer Borg-Warner, nicht zerschlagen und zunächst auch nicht von der Börse genommen.

HB STUTTGART. Alle drei Geschäftsfelder von Beru - Dieselkaltstarttechnik, Zündungstechnik sowie Elektronik/Sensorik - sollten fortgeführt werden, teilte BorgWarner in dem am Mittwoch veröffentlichten Übernahmeangebot an die übrigen Beru-Aktionäre mit. Alle Werke und der Firmensitz blieben erhalten, Beru bleibe selbstständig, werde aber Teil des Borg-Warner-Bereichs Motorentechnik (Engine). Borg-Warner wolle mit dem Erwerb von Beru neue Kunden gewinnen, stärker auf den europäischen Markt vordringen und das eigene Produktportfolio verbreitern. Die Beru-Anteilseigner haben bis zum 24. Januar 2005 Zeit, die gebotenen 67,50 Euro pro Aktie zu akzeptieren.

Ein zwangsweiser Ausschluss der Kleinaktionäre sei auch bei einer Akzeptanzquote von mehr als 95 Prozent zunächst nicht geplant, betonte Borg-Warner. Allerdings droht Beru in dem Fall der Abschied aus dem Nebenwerteindex MDax. Der Beru-Vorstand will innerhalb von zwei Wochen die geforderte Stellungnahme zur Angemessenheit des Angebots abgeben, wie ein Sprecher sagte.

Borg-Warner nannte in dem Angebot keine Mindestquote für die Beteiligung an Beru, die Bedingung für die Übernahme wäre. Wenn es innerhalb eines Jahres doch zu einem so genannten Squeeze Out oder zu einem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag kommen sollte, erhielten die Beru-Kleinaktionäre einen Nachschlag, wenn das Abfindungsangebot dann höher liege. Am Mittwoch lagen Beru-Aktien mit 69 Euro deutlich über der bisherigen Offerte.

Der US-Zulieferer hatte sich Anfang November für 59 Euro je Aktie 63 Prozent der Beru-Anteile von den beiden Großaktionären - dem Finanzinvestor Carlyle und der Familie Birkel - gesichert. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das Angebot nach Borg-Warner-Angaben genehmigt. Das Ergebnis der Offerte werde am 27. Januar veröffentlicht. Darauf folgt eine Nachfrist bis zum 10. Februar.

Finanzieren will Borg-Warner die mindestens 630 Millionen Euro teure Übernahme überwiegend mit Fremdkapital. Neben 150 Millionen Euro an liquiden Mitteln stünden 550 Millionen Euro aus bestehenden Kreditlinien zur Verfügung, hieß es.

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