Finanzierungsfragen offen: Linde muss weiter auf Milliardenauftrag warten

Finanzierungsfragen offen
Linde muss weiter auf Milliardenauftrag warten

Ein geplanter Milliardenauftrag für Linde aus Bahrain ist trotz des Kanzler-Besuches in dem Golf-Staat weiter offen. Differenzen über die Finanzierungsmodalitäten sollen einen Abschluss bislang verhindern, heißt es in den Kreisen.

HB MANAMANA. Der Vertrag über das Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Mrd. € werde definitiv nicht mehr während der Golf-Reise von Bundeskanzler Gerhard Schröder unterzeichnet, hieß es am Mittwoch in deutschen Diplomatenkreisen. Offenbar seien noch einige Finanzierungsfragen offen. Die Bundesregierung hatte gehofft, während Schröders Reise könnte eine Absichtserklärung zur Modernisierung und Erweiterung einer Raffinerie in dem Königreich sowie dem Ausbau einer petrochemischen Produktionsanlage unterzeichnet werden. Linde ist Spezialist für Industriegase und Gabelstapler, daneben aber auch im Anlagenbau tätig.

Bahrain äußerte unterdessen Interesse an einer deutschen Beteiligung beim Bau einer Bahnverbindung durch mehrere Golfstaaten. „Wir sind sehr interessiert an dem Projekt. Wir denken, dass Deutschland dabei eine wichtige Rolle spielen kann“, sagte der bahrainische Informationsminister Mohammed Abdul Ghaffar. Schröder und der Ministerpräsident von Bahrain, Scheich Khalifa bin Salman Al Khalifa, hätten dieses Thema bei ihrem Treffen angesprochen. Die Anrainerstaaten hätten über das Bahnprojekt bereits vor einigen Monaten beraten und würden nun vermutlich eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Für die Bahnverbindung könnte statt herkömmlicher Technik auch die Magnetschwebebahn Transrapid zum Einsatz kommen. Eine Entscheidung darüber gibt es allerdings noch nicht.

Die Bundesregierung hofft, dass die deutsche Wirtschaft im reichen Golfstaat Bahrain von Liberalisierungen in den Bereichen Energie, Post und Telekommunikation profitieren kann. Bahrain hat sich inzwischen zu einem wichtigen Finanzzentrum am Golf entwickelt.

Nächster Stopp auf Schröders Arabien-Reise ist der Jemen. Das Land zählt im Gegensatz zu Schröders bisherigen Stationen am Golf zu den ärmsten Ländern dieser Welt und hat mit großen sozialen Problemen zu kämpfen. Dennoch stehen hier einige großvolumige Geschäftsabschlüsse für die deutsche Wirtschaft an. Neben dem Abschluss eines Doppelbesteuerungs- und Investitionsschutzabkommens soll die deutsche Lürssen-Werft zehn Patrouillenboote im Wert von 100 Mill. € liefern. Daneben will Siemens am Rande des Kanzler-Besuches einen Vertrag über die Lieferung von drei Gas-Turbinen sowie über die Gesamtprojektleitung für ein Kraftwerk im Wert von 130 Mill. € im Jemen unterzeichnen.

Schröder hatte seine Reise am vergangenen Sonntag in Saudi-Arabien begonnen. Danach hatte er Kuwait und das Emirat Katar besucht. Die letzten beiden Stationen der Reise sind Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate, ehe Schröder am Samstag nach Berlin zurückkehrt.

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