Finanzierungstochter erwartet schwieriges Jahr: VW plant Fabrik für Autokredite

Finanzierungstochter erwartet schwieriges Jahr
VW plant Fabrik für Autokredite

Die Volkswagen Financial Services AG will ihr Know-how bei der Bearbeitung und Verwaltung von Kfz-Finanzierungen künftig allen Banken und Versicherungen anbieten. Zu diesem Zweck werde eine neue Servicegesellschaft gegründet, die Arbeitsplätze in der Region Braunschweig schaffe, sagte der Vorstandsvorsitzende, Burkhard Breiing, gestern in Frankfurt. Autokredite seien sehr kostenintensiv, deshalb richte sich das Angebot der Kreditfabrik an jede Sparkasse, Volksbank und alle anderen Finanzdienstleister.

pk FRANKFURT/M. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet die Finanzierungstochter des Automobilkonzerns Volkswagen keine nennenswerten Zuwächse. „Wenn wir das, was wir erreicht haben, stabilisieren, dann können wir zufrieden sein“, sagte Breiing mit Blick auf die schwache Konsumnachfrage. Im Geschäftsjahr 2004 stieg das Ergebnis vor Steuern leicht um 0,4 Prozent auf 567 Mill. Euro. Allerdings wird das Bild verzerrt durch ein negatives Bewertungsergebnis von 51 Mill. Euro aus Absicherungen gegen Währungs- und Zinsrisiken. Im Jahr 2003 wies die rein bilanzielle Bewertung dieser derivativen Instrumente noch ein Plus von 15 Mill. Euro aus. Bereinigt um buchtechnische Einflüsse ergibt sich beim Vorsteuergewinn ein Plus von zwölf Prozent auf 618 Mill. Euro. Rund 41 Prozent werden dabei von den Auslandstöchtern beigesteuert. Der Jahresüberschuss kletterte um 3,6 Prozent auf 341 Mill. Euro, an den Mutterkonzern werden 483 (466) Mill. Euro als Dividende überwiesen.

Die Finanzierungstöchter der Automobilhersteller haben in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Rund zwei Drittel des Ertrags beim Kfz-Verkauf werden inzwischen erzielt, nachdem die Autos aus den Verkaufsräumen der Händler gerollt sind, also durch Finanzierung, Leasing, Versicherung, Ersatzteilgeschäft und andere Dienstleistungen.

Breiing kündigte an, künftig auch auf VW-Kunden zugeschnittene Versicherungen anzubieten: „Wir wollen eigene Tarife und die Produktgestaltung übernehmen“, sagte er. Beim Golf V falle beispielsweise heute bei einem Unfall nur rund die Hälfte der Reparaturkosten des früheren Golf II an. Von dieser Ersparnis könne der Kunde bei einer kommenden VW-Versicherung profitieren. Ein möglicher Partner sei der Versicherungskonzern Allianz.

Die Anzahl der Direktbankkunden bei der Volkswagen Bank stieg 2004 um gut acht Prozent auf 626 000, die Einlagen erreichten 8,0 (2003: 6,7) Mrd. Euro. Über Spar- und Anlageprodukte deckt die VW Financial Services AG rund 19 Prozent ihrer Refinanzierung ab. Der Vertragsbestand bei VW Financial Services lag mit 4,19 Mill. um 4,8 Prozent höher als 2003. Die Zahl der Beschäftigten nahm um knapp vier Prozent auf 5253 Mitarbeiter zu.

2005 stehe unter dem Motto „Fokussieren, nicht verzetteln“, sagte Breiing. Unter anderem muss die Beteiligung an dem Flottenmanager Leaseplan integriert und die Gebrauchtwagenkooperation mit dem ADAC vorangebracht werden.

Am Mittwoch hatte bereits die Daimler-Chrysler-Bank über hohe Zuwächse berichtet, die Kontoeröffnungen waren hier um 20 Prozent und die Zahl der herausgegebenen Kreditkarten um 17 Prozent gestiegen. Der Erfolg der Autobanken bei „konzernfremden“ Kunden geht auch zu Lasten der Sparkassen, die jetzt verstärkt gegensteuern wollen. Gleichzeitig haben die öffentlich-rechtlichen Institute eine Offensive bei Autokrediten angekündigt. Und die Genossenschaftsbanken setzen verstärkt die Angebote der eigenen Norisbank ein.

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