Finanzinvestor bestätigt Interesse
CVC will bei Böhler-Uddeholm einsteigen

Der britische Private-Equity-Fonds CVC Capital Partners hat Gespräche mit Böhler-Uddeholm über eine mögliche Übernahme bestätigt. Doch nach dem Zickzack-Kurs der Böhler-Uddeholm-Aktie in den vergangenen Tagen besteht nun Unsicherheit über die richtige Höhe des Angebotes.

HB WIEN. CVC würde ein Übernahmeangebot nur mit Zustimmung des Vorstandes legen, teilte CVC in einer Aussendung mit.

„CVC ist grundsätzlich an einer Übernahme der Böhler-Uddeholm AG interessiert und prüft, ob ein Übernahmeangebot gelegt wird“, wird Christian Wildmoser, Senior Managing Director der CVC, in der Aussendung zitiert. Diesbezüglich habe es bereits erste Gespräche mit dem Böhler-Vorstand und dem größten Aktionär, BU Industrieholding, gegeben. Die BU Industrieholding rund um den Badener Anwalt Rudolf Fries hält knapp 21 Prozent an dem Edelstahlhersteller. Fries war bisher für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Böhler-Uddeholm hatte am Vormittag bestätigt, mit einem Finanzinvestor Gespräche zu führen. Das Unternehmen wollte bisher keine weiteren Details bekannt geben.

„Das sind sehr positive Gespräche“, sagte Karin Keglevich von Special Public Affairs im Auftrag von CVC. Wildmoser sei erstaunt über die Kursbewegungen der letzten Tage und bestätige, dass CVC weder direkt noch indirekt bisher eine Aktie an Böhler erworben habe, noch gegenwärtig besitze und hält den zuletzt an der Börse bezahlten Höchstkurs für vollständig überzogen, heißt es weiter in der Aussendung.

Für den Fall, dass die Überlegungen von CVC in der Entscheidung münden, ein Angebot zu legen, würde sich ein Angebotspreis an Unternehmensergebnissen und der Aktienperformance der letzten Monate orientieren, jedoch nicht an kurzfristigen Kursbewegungen.

„Mit CVC als neuem Kernaktionär mit langfristiger Orientierung würde Böhler-Uddeholm weiterhin als börsenotierter, selbstständiger, österreichischer Edelstahlkonzern mit globaler Präsenz agieren und seine Wachstumsstrategie fortsetzen“, heißt es in der Aussendung. Verwaltungssitz und Konzernleitung würden in Österreich bleiben. Warum am Freitag der Aktienkurs derart explodierte und jemand bereit war, zu diesem Kurs zuzukaufen - die Böhler-Aktien legten in der Schlussrunde über 30 Prozent zu -bleibt für österreichische Marktteilnehmer aber weiterhin ein Mysterium.

„Die Frage ist, ob der Käufer am Freitag dieser Finanzinvestor war oder ein Hedgefonds der davon Wind bekommen hat oder indirekt mit dabei ist“, sagte ein Banker zu Reuters. Die Böhler-Aktien wurden vor Börsebeginn vom Handel ausgesetzt. Nach Handelsaufnahme um 11.00 Uhr eröffneten die Aktien über 11,5 Prozent tiefer. Zuletzt lagen sie 12,77 Prozent tiefer bei 71,0 Euro.

Am Freitag hatten die Böhler-Aktien ein Kursplus von über 30 Prozent eingefahren. Mehr als 2,3 Mill. Aktien hatten zu Wochenschluss den Besitzer gewechselt, was rund 4,5 Prozent des Aktienkapitals entspricht. An der Börse ist Böhler derzeit mit 3,6 Mrd. Euro bewertet. Investoren zahlen das 16-fache des erwarteten Gewinns für 2007, während für den Stahlsektor das Elf-Fache bezahlt werde.

Böhler ist Weltmarktführer bei Werkzeugstahl mit einem Anteil von 30 Prozent im Bereich Spezialstahl. Aufgrund der „Nischenplayer“-Funktion sieht sich Böhler weniger abhängig vom Stahlzyklus. Böhler hat 2006 ein neues Rekordergebnis eingefahren. Bei einem Umsatz von 3,1 Mrd. Euro wurde ein Gewinn von 248,1 Mill. Euro ausgewiesen. Angesicht prall gefüllter Auftragsbücher gibt sich Böhler auch für 2007 optimistisch.

CVC ist einer der größten Private Equity Fonds und verwaltet ein Eigenkapitalvolumen von insgesamt 20 Mrd. Euro.

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