Finanzinvestor: Cevian strebt in Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat

Finanzinvestor
Cevian strebt in Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat

Der Finanzinvestor Cevian hat offensichtlich Gefallen an Thyssen-Krupp gefunden. Das Ziel des Investors sind nicht nur weitere Anteile an dem deutschen Unternehmen, sondern auch ein Posten im Aufsichtsrat.
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DüsseldorfDer Finanzinvestor Cevian baut seine Macht beim angeschlagenen Thyssen-Krupp-Konzern aus. Die Schweden hätten ihren Anteil auf insgesamt zwölf bis 15 Prozent erhöht, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Damit dürften sie den Druck auf das Management um Vorstandschef Heinrich Hiesinger erhöhen. Cevian pocht bereits auf einen Sitz im Aufsichtsrat des Mischkonzerns mit weltweit rund 150.000 Mitarbeitern. Der Fonds trifft damit auch bei anderen Aktionären auf Unterstützung.

Thyssen-Krupp veröffentlichte am Montag eine Pflichtmitteilung, wonach der Cevian Capital II Master Fund seit dem 24. Januar 10,06 Prozent hält. In der letzten Mitteilung von Anfang Dezember waren es noch 8,66 Prozent gewesen. Ein weiterer Fonds von Cevian hatte seinerzeit 2,30 Prozent an Thyssen-Krupp gehalten. Angaben zur Gesamthöhe des Cevian-Anteils machten beide Seiten nicht. Der Cevian Capital II Master Fund will der Mitteilung zufolge gegebenenfalls innerhalb der nächsten zwölf Monate weitere Stimmrechte erwerben.

"Der Meldepflichtige strebt eine der Bedeutung seiner Beteiligung entsprechende Repräsentation im Aufsichtsrat der Gesellschaft an. Eine Veränderung der Besetzung des Vorstands ist nicht geplant", bekräftigte Thyssen-Krupp. Cevian hatte sich auf der Hauptversammlung des Konzerns am 17. Januar nicht zu Wort gemeldet. Auf dem Aktionärstreffen in Bochum hatten sich Anleger wie etwa die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) dafür ausgesprochen, Cevian einen Sitz im Aufsichtsrat zu geben. DSW-Geschäftsführer Thomas Hechtfischer hatte in einem Reuters-Interview zudem kritisiert, dass die Krupp-Stiftung weiter drei Vertreter direkt in das Kontrollgremium entsenden kann. Ihr Anteil war zuletzt auf rund 23 Prozent von zuvor über 25 Prozent gefallen.

Cevian gilt als aktivistischer Investor, der sich gerne in das Geschäft einmischt. "Wir suchen Unternehmen, die einen hohen Wert haben, aber die von der Börse vernachlässigt oder unterbewertet werden, weil sie gerade aus der Mode sind", lautet das Motto der Firmengründer Christer Gardell und Lars Förberg. Die Schweden hatten ihre Beteiligung an dem Ruhrkonzern bereits vor wenigen Wochen über die Kapitalerhöhung ausgebaut, die rund 880 Millionen Euro in die klamme Kasse des größten deutschen Stahlkonzerns gespült hatte. Thyssen-Krupp drückten zum Ende des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) Schulden von fünf Milliarden Euro. Die Zahlen für erste Quartal des neuen Geschäftsjahres will Hiesinger am 14. Februar vorlegen.

Cevian hat sich hinter die Bestrebungen des Managers gestellt, den früher stark auf das zyklische Stahlgeschäft fokussierten Konzern stärker auf die Technologiegeschäfte mit Aufzügen, Anlagen oder U-Booten auszurichten. Die Schweden dürften auch auf rasche Kursgewinne setzen. Nach der Mitteilung am Montag kletterte die Aktie von Thyssen-Krupp zeitweise um zwei Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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