Finanzinvestor Helmig
Heitkamp findet finanzstarken Partner

Der Bau- und Bergbaukonzern Heitkamp Deilmann Haniel (HDH) steht vor der Rettung. HDH-Chef Jochen Rölfs hat mit Lutz Helmig erwartungsgemäß einen Finanzinvestor für Teile des Konzerns präsentiert.

HERNE. Durch Helmigs Einstieg fließen HDH rund 71 Mill. Euro zu. Damit kann Rölfs die Restrukturierung bis 2007 abschließen und eine drohende Insolvenz zunächst abwenden. Allein in den Inlandsbergbau fließen 15 Mill. Euro zur Finanzierung der in 2006 erwarteten Verluste. Rölfs schätzt die Gesamtkosten der Restrukturierung auf deutlich mehr als 30 Mill. Euro.

Die neue Heitkamp GmbH präsentiert sich künftig als Spartenkonzern mit den drei Bereichen Bau, Bergbau national und Bergbau international. Das Unternehmen wird rund 5 000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Bauleistung sinkt von 833 auf 735 Mill. Euro. Rölfs hat den defizitären Schlüsselfertigbau geschlossen, den Bahnbau verkauft und die Verwaltung gestrafft. Dadurch wurden insgesamt 2 000 Arbeitsplätze abgebaut.

Helmig beteiligt sich aber nur am internationalen Bergbaugeschäft. Die von ihm kontrollierte Aton übernimmt 51 Prozent der Anteile an der neu gegründeten Deilmann Haniel International Mining and Tunneling. Daneben sichert Helmig die Kapitalausstattung durch den Verzicht auf Ausschüttungen in den nächsten zwei Jahren. Das Unternehmen bietet Baudienstleistungen für Minenbetreiber an, unter anderem in Kanada und Südafrika. Es setzt 350 Mill. Euro um und beschäftigt 2 700 Mitarbeiter. Die restlichen Anteile des Unternehmens bleiben bei Heitkamp.

Das Familienunternehmen Heitkamp war im Zuge der deutschen Baukrise und eines mörderischen Wettbewerbs um sinkende Aufträge im deutschen Steinkohle-Bergbau an den Rand der Insolvenz geraten. Die Familie engagierte daher den Düsseldorfer Unternehmensberater Rölfs, der sich als Sanierer des Fußballclubs Borussia Dortmund einen Namen gemacht hatte. Die Familie ist offenbar mit seiner Arbeit zufrieden: Denn Heitkamp-Aufsichtsratschef und Gesellschafter Engelbert Heitkamp begrüßte den Einstieg von Helmig als die erhoffte gute Nachricht für das Unternehmen: "Wir streben eine langfristige Partnerschaft mit Helmig an."

Helmig begründete die Übernahme der Beteiligung "an dem gesunden Unternehmen" mit der guten Perspektive der Gruppe vor dem Hintergrund boomender internationaler Rohstoffmärkte. Heitkamp sei ein ganz normales Investment, dass sich rechne. Helmig hatte 1994 die Helios Kliniken gegründet und 2005 für 1,5 Mrd. Euro an Fresenius verkauft. Aton ist an vielen Unternehmen beteiligt. Zuletzt war Helmig bei der Billigfluglinie DBA als Minderheitsgesellschafter eingestiegen.

Während der Baubereich von Heitkamp laut Rölfs inzwischen wieder durchstarten kann, wird im inländischen Bergbau noch gezittert. Zwar hat Rölfs die Weichen für eine positive Entwicklung durch einen günstigeren Haustarif gestellt. Doch sei ohne ausreichende Aufträge vom einzigen Auftraggeber Deutsche Steinkohle eine Insolvenz der Sparte mit Massenentlassungen unvermeidbar. In Deutschland beschäftigt HDH hier 1 270 Mitarbeiter. Rölfs geht aber davon aus, dass eine Insolvenz weder das Bau- noch das internationale Bergbaugeschäft beträfe.

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