Finanzinvestor LGB steigt aus
Wacker nimmt zweiten Anlauf an die Börse

Der Münchener Baumaschinenhersteller Wacker peilt einen neuen Börsengang an. „Wir warten auf das richtige Umfeld“, sagte Wacker-Vorstandschef Georg Sick dem Handelsblatt. Für dieses Jahr schließt Sick einen erneuten Anlauf jedoch aus. Wacker hatte erst im Juli sein Börsendebüt kurzfristig abgesagt, weil aus Sicht des Unternehmens der Preis für die Aktien nicht stimmte. „Die Fonds haben einen viel zu hohen Discountabschalg verlangt“, sagt Sick.

MÜNCHEN/FRANKFURT. Den zweiten Anlauf plant die Familie im Alleingang. Denn der Finanzinvestor Lindsay Goldberg & Bessemer (LGB) wird seinen Anteil in Höhe von 31,5 Prozent noch diese Woche an Familie und Management verkaufen. Über einen Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Finanzkreisen zufolge soll der Preis bei mehr als 200 Mill. Euro liegen. Den muss die Familie zum großen Teil aus Krediten finanzieren. Damit würde Wacker Constructions einen ähnliche Weg nehmen wie die zufällig namensgleiche Wacker Chemie. Auch hier kaufte die Familie einen Investor mit Krediten aus dem Unternehmen und finanzierte den Deal anschließend über einen Börsengang.

Die Trennung von LGB sei in größtem Einvernehmen erfolgt. „Mit diesem Schritt beenden wir gemeinsam eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit“ betonen Wacker-Chef Sick und Aufsichtsratschef Dieter Vogel. Der ehemalige Thyssen-Chef vertritt die Interessen des Finanzinvestors in Deutschland. Nach dem Ausstieg von LGB wird Vogel seinen Posten als Aufsichtsratschef bei Wacker Constructions niederlegen. „Herr Vogel hat mit seiner Erfahrung die Spannungen im Aktionärskreis beigelegt, sagt Sick. LGB war im Dezember 2003 bei Wacker Constructions eingestiegen. Die Gesellschafter des mehr als 150 Jahre alten Familienunternehmens waren tief zerstritten. Mit dem Börsengang wollte der Finanzinvestor aussteigen, Wacker selbst plante, 80 bis 120 Mill. Euro über die Börse einzusammeln. Doch kurz bevor die Preisspanne veröffentlicht werden sollte, brach Wacker das Vorhaben ab.

Finanzkreisen zufolge soll LGB einen viel zu hohen Emissionspreis gefordert haben, so dass sich Familie und der Finanzinvestor überwarfen. „Familie, Banken und LGB haben den Börsengang einvernehmlich abgesagt“, betont Wacker-Chef Sick heute. Die Partnerschaft mit LGB sei von Beginn an zeitlich limitiert gewesen. Der Ausstieg dürfte nicht zum Schaden des amerikanischen Investors sein. Finanzkreisen zufolge dürfte LGB einen hohen zweistelligen Millionenbetrag mit seinem Engagement verdient haben.

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