Finanzinvestor
Permira sichert sich Modefirma Hugo Boss

Der Finanzinvestor Permira hat sich fast 90 Prozent der Stimmrechte an Deutschlands größtem Modekonzern Hugo Boss gesichert. Vor allem in der Damenmode und bei den Accessoires sieht Permira bei Hugo Boss auch in Zukunft großes Wachstumspotential.

FRANKFURT. Über die luxemburgische Tochtergesellschaft Red & Black Lux habe man nach dem Ablauf des bis 7. September verlängerten Übernahmeangebots insgesamt 89,5 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien erworben, teilte Permira gestern mit. Bereits vor wenigen Wochen hatte sich die Private-Equity-Firma durch die Übernahme des italienischen Hugo-Boss-Großaktionärs Valentino 78,8 Prozent dieser Papiere sichern können.

Um einem sich abzeichnenden Pflichtangebot zuvorzukommen, unterbreitete Permira den außenstehenden Boss-Kleinaktionäre anschließend eine Übernahmeofferte – allerdings nur zum gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis. Während Analysten zunächst mit einem geringen Interesse der Aktionäre gerechnet hatten, erzielte das Angebot nach dem Ablauf der zweiten Angebotsfrist eine relativ gute Resonanz. Der Anteil der Vorzugsaktien in Permira-Besitz stieg sich nach Berechnungen des Handelsblatts von 22 auf 52 Prozent.

Gestern notierten die Stammaktien mit 47,56 Euro leicht unter dem Übernahmeangebot von 48,33 Euro, und auch die Vorzugsaktien wurden mit 43,10 Euro nur leicht unter dem Permira-Angebot von 43,45 Euro gehandelt.

Wie das Handelsblatt aus den Unternehmen erfuhr, will Permira seine Beteiligung bei Hugo Boss zunächst nicht weiter aufstocken – obwohl der Frankfurter Finanzinvestor über die eingesammelten Stamm- und Vorzugsaktien nun 73,9 Prozent des Grundkapitals an dem Modeschneider aus dem schwäbischen Metzingen besitzt.

Permira-Chef Thomas Krenz scheue die hohen Kosten für einen Squeeze-out, heißt es. Auch bei der Übernahme des TV-Konzerns Pro Sieben hatte er darauf verzichtet.

Nach eigener Auskunft erwartet Permira bei Hugo Boss auch in Zukunft ein nachhaltiges Wachstum. Enormes Potenzial sehe man vor allem noch in der Damenmode und bei den Accessoires, heißt es. Dass Hugo Boss der Private-Equity-Firma vor der Übernahme nicht die Bücher für eine Prüfung öffnete, wertet Permira in Frankfurt als überschaubares Risiko. Schon in den kommenden Tagen will Permira den Aufsichtsrat bei Hugo Boss mit eigenen Leuten neu besetzen. Eine außerordentliche Hauptversammlung werde es dazu nicht geben.

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