Finanzinvestor will nachträglich den Kaufpreis erstattet haben
3i fordert Geld von Deutz zurück

Nur wenige Tage nach der erneuten Senkung der Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr steht dem Kölner Motorenhersteller Deutz neuer Ärger ins Haus. Der britische Finanzinvestor 3i will nachträglich den Kaufpreis für die im Herbst vergangenen Jahres gekaufte Deutz-Tochter Power Systems senken.

gil/jkn/ngl DÜSSELDORF. Der Finanzinvestor habe angekündigt, „im Wege einer Schiedsklage eine nachträgliche Kaufpreisminderung geltend zu machen“, teilte Deutz gestern mit. „Ein Erfolg der Klage hätte voraussichtlich einen erheblichen Einfluss auf die Höhe des betreffenden Jahresergebnisses.“ 3i wirft dem Motorenbauer eine Verletzung von Aufklärungspflichten im Zusammenhang mit dem Unternehmenskauf vor. Der Deutz-Vorstand hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Deutz hatte im September 2007 seinen Bereich Power Systems an den Finanzinvestor 3i verkauft. Die Konzerntochter mit Sitz in Mannheim stellt Gas- und Dieselmotoren für die dezentrale Energieerzeugung her. 2006 erzielte die vor kurzem in MWM umbenannte ehemalige Tochtergesellschaft einen Umsatz von 314 Mio. Euro und beschäftigte rund 1 000 Personen. Bis Ende September 2007 kam die Konzerntochter auf einen Umsatz von 207 Mio. Euro. Der Deutz-Konzern erzielte 2007 einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro.

Deutz hat die Mannheimer Tochter für 360 Mio. Euro verkauft und dabei nach Angaben einer Sprecherin einen Gewinn nach Steuern von 118 Mio. Euro erzielt. Vor allem dadurch stieg der Gewinn von Deutz nach Steuern im Jahre 2007 von 61,5 auf 183,3 Mio. Euro. Der Verkaufspreis wurde damals als recht hoch angesehen, aber mit den guten Margen vor allem aus dem Servicegeschäft begründet. Deutz hatte den Standort Mannheim 2004 umfangreich saniert, rund 150 Stellen gestrichen und 40 Mio. Euro investiert.

Zu dem Hintergrund des Streits wollten beide Seiten keine Stellung nehmen. „Wir haben noch keine Klageschrift bekommen“, sagte eine Deutz-Sprecherin. Es liege auch keine konkrete Forderung vor. Ein Sprecher von 3i bestätigte, dass sich der Finanzinvestor in Gesprächen mit Deutz hinsichtlich des Kaufpreises befinde, wollte wegen der laufenden Verhandlungen aber nur sagen, dass es sich um unvollständige Angaben zum Umsatz handele.

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